© REUTERS/LEONHARD FOEGER

Politik Klima
11/14/2021

Wie unser Konsum sich auf das Klima auswirkt

40 Prozent der Treibhausgase könnten global mittels Kreislaufwirtschaft eingespart werden.

Österreich gehört zu jenen Ländern, die über den Handel, über Produkte und Waren, eine große Menge an Treibhausgasen importieren. Von der Avocado bis zur Kiwi, über die elektronischen Geräte, die in Übersee, etwa in China, mit sehr viel Energieaufwand und damit CO2-Emissionen produziert werden. Oder aber der importierte Zement für unseren Beton, der neben Stahl eines der Produkte mit dem größten CO2-Fußabdruck ist.

Kreislaufwirtschaft

Etwa acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen werden durch die Zementherstellung verursacht, bei der Eisen- und Stahlproduktion sind es sogar elf Prozent. Drei Tonnen CO2 entstehen in der westlichen Welt durchschnittlich pro Jahr und Person beim Wohnen, zwei Tonnen bei der Mobilität, knapp eine Tonne durch die Ernährung und etwas mehr als zwei Tonnen durch den Kauf von Produkten und Dienstleistungen, hat das deutsche Umweltbundesamt berechnet.

„Die Wissenschaft sagt, dass wir eine Kreislaufwirtschaft umsetzen müssen in allen Ländern, um die Klimaziele zu erreichen. 40 Prozent der Treibhausgase können wir global mit der Kreislaufwirtschaft einsparen. Es führt also kein Weg daran vorbei – wir müssen es nur schnell tun“, erklärt Harald Friedl. Er wurde von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler zum neuen Kreislaufwirtschafts-Beauftragten ernannt. Am 13. Dezember wird es mit ihm den „1st Circular Economy Summit Austria“ in Wien geben.

„Es geht etwa darum, industrielle Prozesse umzustellen, damit Ressourcen nicht mehr verschwendet werden, wir in den Lieferketten besser kollaborieren und die Wirtschaft so umbauen, dass sie zukunftsfit bleibt – und grüne Jobs schafft. Das Potenzial in Österreich ist dazu enorm.“

Flaschen- und Dosenpfand

Aber was kann der Konsument tun, wie soll er sich verhalten? Da hilft für den Anfang das Wissen, das Lebensmittel, die regional und saisonal (und wenn möglich bio) produziert werden, einen vergleichsweise kleinen „ökologischen Fußabdruck“ haben.

Dann versucht die Politik langsam gegenzusteuern: Etwa mit dem Flaschen- und Dosenpfand, das es in Österreich ab 2025 geben wird. Jedes Jahr fallen in Österreich über 900.000 Tonnen Plastikmüll an. Rund 50.000 Tonnen davon sind nur Getränkeverpackungen, das sind beinahe 2,5 Milliarden Flaschen und Dosen. Idee des Pfandsystems ist aber weniger, dass die Konsumenten ihr Pfand-Geld wiederbekommen, sondern Mehrweg statt Einweg kaufen.

Reparaturbonus

Auch der ab 2022 geltende Reparaturbonus soll zu einem nachhaltigen Konsum beitragen: Reparaturkosten werden dann mit bis zu 200 Euro gefördert, vom kaputtem Handy bis zum Staubsauger oder Mixer. In Brüssel wird außerdem im Rahmen des Green Deal am Aktionsplan Kreislaufwirtschaft gearbeitet: Da werden neue Vorgaben für Produkte kommen, damit sie länger halten und leichter wiederverwendet, repariert und recycelt werden können.

Ebenso wichtig sind Pläne zur Stärkung der Konsumentenrechte, geplant ist etwa der Zugang zu zuverlässigen Umweltinformationen von Produkten – etwa über einen QR-Code –, damit die Bürger ökologisch nachhaltige Entscheidungen treffen können.

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