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Politik Klima
10/30/2021

KURIER-History: Wie uns Klimakatastrophen seit Jahrtausenden begleiten

Grönland war einmal grün, die Niederlande im Schnee und die Sahara wasserreich: Wie sich unser Klima in der Geschichte änderte

von Konrad Kramar

Eine tropische Arktis mit Krokodilen und Palmen oder ein zur Gänze vergletschertes Nordamerika: Die Erde hat in den paar Milliarden Jahren ihrer Existenz riesige Temperaturschwankungen erlebt, die den aktuellen Klimawandel  äußerst bescheiden wirken lassen.
In Bohrkernen aus der Tiefsee oder dem Eis der Polregionen,  in  Tropfsteinen oder Versteinerungen von Pflanzen und Tieren rekonstruieren Wissenschafter  Wärme- und Kälteperioden,  die  globale Temperaturunterschiede von bis zu 20 Grad brachten und das Leben auf der Erde gänzlich umkrempelten.

 

Kohlendioxid und Methan

 Was die meisten dieser Klimaperioden mit der heutigen gemeinsam haben, ist die zentrale Rolle    von Kohlendioxid und Methan, den Treibstoffen der aktuellen Erderwärmung. Diese entstanden  aus großen Vulkanausbrüchen,   beim Auftauen von Permafrostböden oder bei riesigen Waldbränden. Auch die Menschen der Altsteinzeit mussten vier Eiszeiten mit einer grundlegenden Veränderung ihrer Lebensbedingungen durchmachen. 
Die moderne menschliche Zivilisation  dagegen, die mit Sesshaftigkeit und Ackerbau ab etwa 10.000 v. Chr. beginnt, ist von relativ konstanten und vergleichsweise niedrigen Temperaturen  begleitet. Wir leben also bis heute in einer Art Zwischeneiszeit.

Keine globalen Phänomene


Die Temperaturschwankungen unserer menschlichen Vergangenheit sind meist keine globalen Phänomene. Die Wärmeperiode am Beginn des Mittelalters oder die Kälteeinbrüche der frühen Neuzeit, sie fanden weitgehend nur auf der nördlichen Halbkugel statt. So aber sind sie nicht nur in Bohrkernen oder Baumringen dokumentiert, sondern auch in menschlichen Aufzeichnungen, wie mittelalterlichen Klosterchroniken oder sogar in Kunstwerken. Die Bilder niederländischer Maler zeigen Winterlandschaften im Nordwesten Europas, wie sie die kleine Eiszeit im 16. Jahrhundert möglich machte. Die Instrumente des Geigenbauers Antonio Stradivari sollen auch deshalb ihren einzigartigen Klang haben, weil das Holz, das der Italiener verwendete, wegen eben dieser Kälteperiode besonders dicht war.

Warnung der Klimaforscher


Klimaforscher warnen allerdings geschlossen davor, diese Phänomene als Begründung dafür zu verwenden, dass auch die aktuelle Klimaerwärmung nicht vom Menschen verursacht sei. Der aktuelle Klimawandel sei – anders als historische Schwankungen – ein globales Phänomen, die Temperaturkurven nur durch das von uns produzierte Kohlendioxid erklärbar. Die Erde, so das Resümee einer aktuellen Studie, sei heute schon wärmer als in den vergangenen 10.000 Jahren. Noch drastischer formuliert es eine US-Klimaforscherin: „Um  deutlich höhere Temperaturen als heute zu finden, müsste man mehr als 125.000 Jahre zurückblicken.“

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