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Wetter-Warnung: Was den "Super-El-Niño" so gefährlich macht

2027 könnte das bisher heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen werden, warnen Experten.
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Im 17. Jahrhundert sollen peruanische Fischer einen Namen für ein Wetterphänomen geprägt haben, das ihnen schon damals allerhand Probleme bereitete. Die südamerikanischen Seeleute kämpften mit den Folgen ausbleibender Passatwinde: Durch wärmeres Wasser in ihren Fanggebieten und sterbendes Plankton wanderten Fischbestände ab. Sie nannten das „El Niño de Navidad“, das Christkind, weil der Höhepunkt meist um die Weihnachtszeit lag. Über die Jahrhunderte blieb die Kurzform „El Niño“ erhalten.

Nun, so warnt die Weltmeteorologiebehörde (WMO), braut sich dieses Phänomen erneut zusammen. Die WMO schätzt die Wahrscheinlichkeit für den Beginn eines El Niños zwischen Juni und August inzwischen auf 80 Prozent. Mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit hält es bis mindestens November an.

Das ist prinzipiell nichts Ungewöhnliches. El Niño tritt durchschnittlich alle zwei bis sieben Jahre auf. Ein erstes Anzeichen ist eine starke Erwärmung der oberen Wasserschichten an der Pazifikküste Südamerikas. Normalerweise treiben Passatwinde das warme Wasser nach Westen, kühleres Wasser strömt aus tieferen Schichten nach. Bei El-Niño-Lagen sind die Winde jedoch geschwächt. Der Jetstream verschiebt sich Richtung Süden. Die Stratosphäre erwärmt sich.

Die Folgen variieren je nach Weltregion: Im Süden Südamerikas, im Süden der USA und in Teilen Zentralasiens nehmen in der Regel Unwetter, Starkregen und Überschwemmungen zu. In Mittelamerika, in Südostasien, im südlichen Afrika und in Australien wird es dagegen heißer und trockener, mit massiven Dürren und häufigeren Waldbränden. Im Atlantik drohen weniger, im Pazifik mehr gefährliche Stürme. In Europa sind El-Niño-Jahre typischerweise sehr heiß.

Auswirkungen unklar

„Ein starkes El Niño kann Wellen durch das globale Klimasystem senden und die Nahrungsmittelproduktion, Wasserverfügbarkeit, Ökosysteme und Volkswirtschaften auf verschiedenen Kontinenten beeinflussen“, fasst Akshay Deoras von der University of Reading zusammen. Wie stark die Auswirkungen diesmal sein werden, ist jedoch noch unklar – während medial längst von einem „Super-El-Niño“ die Rede ist. Was steckt dahinter?

Vorweg: Organisationen wie die WMO nutzen diesen Begriff nicht. Experten wie Daniela Matei vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg bezeichnen damit besonders starke Ereignisse, „bei denen die Anomalien der Meeresoberflächentemperatur über längere Zeit mehr als zwei Grad betragen“. Das war etwa bei El Niño 2015/16 der Fall. Mehrere Prognosen deuten darauf hin, dass der bevorstehende El Niño diesen Wert deutlich überschreiten könnte.

Gleichzeitig gibt es andere Modelle, wie die WMO betont, die auch schwächere Intensitäten voraussagen. Und: „Ein sehr starkes El-Niño-Ereignis führt nicht zwangsläufig zu stärkeren Auswirkungen, sondern erhöht vor allem die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens“, erklärte Matei im Mai im Science Media Center.

Laut WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo müssen wir uns auf „ein potenziell starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten, das sowohl Dürren als auch starke Regenfälle verschärfen und das Risiko von Hitzewellen an Land und im Ozean erhöhen wird“.

Rekordjahr möglich

Auch der Klimawandel spielt dabei eine Rolle. Zwar verursacht er El Niño nicht direkt, verstärkt aber dessen Auswirkungen. „El-Niño-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung“, warnt etwa UN-Generalsekretär António Guterres. „Die Folgen werden noch heftiger und sich noch weiter ausbreiten.“ Das letzte El Niño 2023/24 zählte zu den fünf stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen und trug dazu bei, dass 2024 das bisher heißeste Jahr seit der Industrialisierung war. 2027, so sagen Experten, könnte diesen Rekord wohl noch einmal überbieten.

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