Politik
23.03.2012

Kleinflugzeug in den Bodensee gestürzt

Die Maschine schlug am Wasser auf und zerschellte. Zwei Insassen waren an Bord.

Das Flugzeug hat sich plötzlich wie wild in der Luft gedreht und ist dann Kopf voraus in den See gekracht. Der Knall war extrem laut, die Wasserfontäne riesig." – Mit Freunden genoss die Bregenzerin Eva Leitner am Bodensee die Frühlingssonne, als sie Freitag um 16.25 Uhr Zeugin eines Unglücks wurde.

Rund einen Kilometer vom Ufer entfernt stürzte das Fluggerät ab, zerschellte  beim Aufprall auf der Wasseroberfläche und dürfte bis in 50 Meter Tiefe  abgesunken sein. "Nur wenige Minuten später lag das Wasser wieder da, als wäre nichts geschehen", schilderte Eva Leitner das unwirklich anmutende Szenario.

Rundflug

Gegen Abend stand fest: Bei der Maschine handelte es sich um ein zweisitziges Ultraleichtflugzeug, eine Tecnam P92. "Sie startete bei uns  um 16.05 Uhr zu einem Rundflug über den Bodensee", hieß es nach dem Unglück aus dem Tower am Flugplatz in Hohenems. An Bord sollen sich zwei Männer, beide aus Vorarlberg, befunden haben. "Anhand von Wrackteilen versuchen wir gerade zu rekonstruieren, welchem unserer Vereine die Maschine gehört."

Sofort wurde internationaler Alarm ausgelöst und der Bereich großräumig abgesperrt.

Innerhalb kürzester Zeit trafen 14 Boote sowie 90 Einsatzkräfte von Polizei,  Wasserrettung und Feuerwehr an der Unglücksstelle ein,  Taucher suchten unter Wasser nach den Opfern. "Ihre Identität ist noch nicht restlos geklärt", sagte Polizei-Einsatzleiter Stefan Schlosser am Abend. Die Hoffnung, sie noch lebend bergen zu können, schwand jedoch mit jeder Minute.

Dennoch ging die Suche nach Pilot und Passagier sowie weiteren Wrackteilen auch nach Einbruch der Dunkelheit weiter. "Aber in einer Wassertiefe von rund 50 Metern kann man nicht einfach ins Blaue hinein suchen", erklärte Manuel Winkel, der Einsatzleiter der Wasserrettung. "Wir haben da unten keine Sicht, und es herrscht ein Druck von sechs Bar." In einer solchen Umgebung könne man nur eine zielorientierte Bergung durchführen.

Aus der Luft wurde die Suche vom Polizeihubschrauber und dem Christophorus VIII unterstützt. "Wir mussten aber unverrichteter Dinge wieder umkehren, weil wir nicht einmal Wrackteile ausmachen konnten", schilderte das Team des ChristophorusVIII.

Unglücksursache und Hergang waren laut Schlosser noch ungeklärt.  Die Absturzstelle werde aber weiter untersucht, "solange es die Lichtverhältnisse zulassen."

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund