Politik 06.03.2012

Kim Dotcom muss jetzt sparen

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Die USA haben den Auslieferungsantrag gegen Kim Dotcom in Neuseeland eingereicht. Dort drohen ihm 20 Jahre Haft.

Die USA werfen dem Megaupload-Gründer und seinen engsten Mitarbeitern vor, Copyright-Besitzer in großem Stil um ihre Einkünfte gebracht zu haben. Den Rechteinhabern sei eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden. Sie wollen ein Exempel statuieren und Kim Dotcom wegen Urheberrechtsverletzungen und Betrugs den Prozess machen. Der Auslieferungsantrag gegen den 38-jährigen Deutschen wurde beim Gericht in Auckland eingereicht. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Kim Dotcom alias Kim Schmitz war im Jänner auf seinem feudalen Anwesen in Coatesville festgenommen worden. Er wurde gegen Kaution freigelassen und bereitet sich auf eine „Schlacht“ vor. Er beteuert seine Unschuld und behauptet, lediglich Speicherplatz zur Verfügung gestellt zu haben. Es könne aber „Jahre dauern“, bis er seine Unschuld beweisen kann.

55.000 Euro Fixkosten

Das Anwesen bei Auckland: Dotcom hat astronomische Fixkosten, doch das Gericht zeigte sich knausrig
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Kim Dotcom ist ein reicher Mann. Laut US-Vorwürfen soll er mit Megaupload in wenigen Jahren 42 Millionen Dollar verdient haben. Jetzt wurde auch bekannt, wie viel der Deutsche pro Monat ausgibt: Die Haushaltsausgaben veranschlagt er mit 17.577 €, dazu kommen 15.000 € für Sicherheitspersonal und 18.200 € für Kindermädchen und Butler.

Dagegen macht sich die monatliche Handyrechnung mit 627 € relativ bescheiden aus, auf der Festnetz-Leitung vertelefoniert Dotcom dafür 3138 €, was plausibel erscheint, da er mit seinen US-Anwälten Kontakt halten muss.

Da der Mann derzeit eine Fußfessel trägt und unter Hausarrest steht, sieht der Richter keine Fluchtgefahr. Sollte sich Dotcom mit seiner Frau und den drei kleinen Kindern nach Deutschland absetzen, wäre er frei. Denn Deutschland würde ihn nicht ausliefern.

Kim Dotcom beteuert, dass er seine Zukunft in Neuseeland sieht. Seine Frau, die Zwillinge erwartet, stritt mit dem Gericht um ein Auto. Aus dem beschlagnahmten Fuhrpark mit vielen schwarzen Mercedes-Limousinen, einem pinkfarbenen Cadillac und einem Hubschrauber gestand ihr der Richter aber nur einen Toyota zu. Außerdem gewährte das Gericht dem Mann mit den hohen Fixausgaben nur 19.000 Euro pro Monat. Der Rest des Vermögens bleibt beschlagnahmt.

Erstellt am 06.03.2012