Kärntner Amok-Übung: Verantwortli­cher geht

Die traumatisierten Mitarbeiter des Bezirksgericht Klagenfurt werden immer noch betreut. Justiz und Polizei räumen Fehler ein.

Der Sicherheitsbeauftragte des Bezirksgerichts (BG) Klagenfurt ist "über eigenes Ersuchen" seines Amtes enthoben worden, wie der Präsident des Oberlandesgerichts (OLG) Graz Manfred Scarira und der Kärntner Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger am Donnerstag mitteilten.

Nach einer Ende Februar von der Polizei am BG Klagenfurt durchgeführten Übung war es zu heftiger Kritik gekommen. Viele der über den Übungscharakter des Geschehens nicht informierten Mitarbeiter hatten Schocks erlitten.

Fehler bei Koordination und Kommunikation

Auf die öffentlich geäußerte Kritik reagierten Justiz und Polizei mit einer Untersuchung. Derzufolge hatten zwei Faktoren zum Missglücken der Amok-Übung geführt: Fehler bei der Koordination zwischen Justiz und Polizei sowie die mangelnde Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern des Bezirksgerichts.

Eine Konsequenz aus der Untersuchung: Die Funktion des Sicherheitsbeauftragten wird in Zukunft ein anderer Mitarbeiter des BG Klagenfurt wahrnehmen. Der bis jetzt zuständige Richter gab diese Aufgabe ab. Ein neuer Sicherheitsbeauftragter hatte sich bis Donnerstagnachmittag nicht gefunden.

Informationsgewinn

Trotz allem will man die aus der Übung gewonnenen Informationen nutzen und entdeckte Sicherheitsmängel beheben. Verschiedene bauliche Maßnahmen wurden bereits in Auftrag gegeben. "Ein Problem ist etwa die Hintertüre, durch die man jemanden hereinlassen kann", sagte Thomas Hofmann, Sprecher des OLG Graz.

Die Betroffenen werden weiter psychologisch betreut, in Gruppen-und Einzelgesprächen soll das Verhalten während der Übung thematisiert werden und ein Teambuilding-Seminar ist für Ende April geplant. "Viele Leute haben sich bei der Übung versteckt und damit richtig reagiert. Auch das sollte besprochen werden", so Hofmann.

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(apa / jom) Erstellt am
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