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Politik
05/01/2012

Ja zum EM-Boykott

Lenkt die Ukraine nicht ein, sollte kein Politiker zu dem Fußball-Event reisen.

von Walter Friedl

Die fußballinteressierte deutsche Kanzlerin hat wieder einmal ihren Zug zum Tor bewiesen. An vorderster Front führt Angela Merkel die Boykott-Drohungen gegen die Europameisterschaft in der Ukraine an. Manche EU-Staaten ziehen mit, auch Österreich, andere nicht, wie etwa Großbritannien.

Faktum ist, dass der Umgang der Regierung unter Präsident Janukowitsch mit den Menschenrechten – höflich formuliert – verbesserungswürdig ist. Die Behandlung der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist aber eine Schande für Europa. Sollte die misshandelte und kranke Frau bis zum Beginn der EURO in fünf Wochen nicht ordentlich medizinisch behandelt werden, sollte kein Politiker in die Ukraine reisen. Das wäre Strafe genug für Janukowitsch, dem so die große Bühne der Selbstdarstellung zusammenbrechen würde.

Eine Verlegung der Spiele nach Deutschland oder Österreich hingegen wäre Humbug. Das hätte man sich früher überlegen müssen. Denn schon bei der Vergabe der Fußball-EM (2007) war die Ukraine alles andere als ein Hort der Stabilität. Und auch in China wurden 2008 Olympische Spiele durchgezogen – in einem Land, das seine Dissidenten brutal verfolgt.

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