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ÖGB fordert Eingriff in Spritpreise: „Arbeitnehmer sehr stark belastet“

Bei Preisen von bis zu 2,20 Euro drohen Pendlern Mehrkosten von rund 2.000 Euro pro Jahr.

Die steigenden Spritpreise und mögliche neue Eingriffe der Regierung werden momentan heiß diskutiert. In der „ZiB 2“ waren dazu Jürgen Roth, Fachverbandsobmann Energiehandel in der Wirtschaftskammer, und Angela Pfister vom ÖGB zu Gast. Während Pfister rasche Entlastungen fordert, warnt Roth vor Eingriffen in den Markt.

Pfister sprach sich klar für stärkere Maßnahmen aus. „2026 darf nicht das Jahr der Rekordspritpreise werden“, sagte sie. Besonders Pendler, Pflegekräfte, Pensionisten und Familien seien auf das Auto angewiesen. Die hohen Preise würden Arbeitnehmer „sehr stark belastet“.

Streit um Eingriffe

Pfister verwies auf zuletzt deutlich gestiegene Kosten. Im Jänner habe der Durchschnittspreis noch bei 1,50 Euro gelegen, inzwischen liege man „wieder bei den zwei Euro“. Bei Preisen von bis zu 2,20 Euro drohten Pendlern Mehrkosten von rund 2.000 Euro pro Jahr.

Roth sprach sich gegen eine Margenbegrenzung aus. Wenn die Regierung eingreifen wolle, „dann sollte man unbedingt auf der Steuerseite etwas unternehmen“. Von zwei Euro Dieselpreis gehe „ja ein Euro direkt an die öffentliche Hand“.

Warnung vor Marktverzerrung

Der WKÖ-Vertreter verteidigte die Tankstellenbetreiber gegen Vorwürfe überhöhter Gewinne. „Wir im Handel, die Tankstellenbetreiber vor Ort, die müssen genauso wie der Autofahrer zu den höheren Preisen einkaufen“, sagte Roth. Der Markt funktioniere transparent, die Preisänderungen würden an die E-Control gemeldet.

Pfister verwies dagegen auf frühere Untersuchungen der Bundeswettbewerbsbehörde. Diese habe festgestellt, dass massive Preisanstiege nicht vollständig durch Rohölpreise erklärbar gewesen seien. Zudem hätten sich die Brutto-Raffinerie-Margen verdreifacht.

Roth warnte vor langfristigen Folgen weiterer Eingriffe. „Wir sind der Tacho und nicht der Motor, der diese Preise nach oben treibt.“ Würden Tankstellenbetreiber unter Druck geraten, könne das den Wettbewerb schwächen und langfristig sogar höhere Preise verursachen.

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