"Wir müssen Antisemitismus im Keim ersticken"

PK UMSETZUNGSBERICHT DES ÖSTERREICH-JÜDISCHEN KULTURERBEGESETZES: DEUTSCH / EDTSTADLER
Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, und ÖVP-Ministerin Karoline Edtstadler stellen Namensbuch vor.

"Jeder antisemitische Vorfall ist einer zu viel", beginnt Karoline Edtstadler die Präsentation des "2. Umsetzungsberichtes der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus". 

Auch wenn die Zahlen betreffend antisemitischer Übergriffe rückläufig sind, so die Ministerin, "gibt es keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen". Österreich sei betreffend der Maßnahmen gegen Antisemitismus Vorreiter in Europa. 

Von 38 Maßnahmen, die in der Strategie vorgesehen sind, seien 26 bereits umgesetzt. Es gehe um die Sensibilität für das Thema - besonders seit Beginn der Corona-Pandemie. Auch deshalb sei eine "europäische Konferenz gegen Antisemitismus" ins Leben gerufen und die "Wiener Deklaration" verabschiedet worden, die die Vergleichbarkeit der Daten/Vorfälle über ganz Europa herstellen soll. 

Es werde, so Edtstadler, an einer Novellierung des Verbotsgesetzes gearbeitet, zudem ein "Namensbuch" aufgelegt werden, das über 64.000 Namen von Opfern des Holocaust beinhaltet, die auch in der Shoah Namensmauer in Stein graviert sind. 

 

Es gehe insbesondere darum, dass die Gesellschaft sensibilisiert wird, betont Edtstadler. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, liest hernach Schreiben vor, die ihn erreichen. In denen die Rede davon ist, er möge zurück ins "gelobte Land". Doch Deutsch will nicht weitere Schreiben vorlesen, denn "Österreich ist so nicht". 

2022 sei die jüdische Gemeinde in Wien im Gegensatz zu anderen Religionsgemeinschaften sogar größer geworden.

Der Errichtung eines Shoa-Zentrums steht Edtstadler offen gegenüber. Deutsch hatte die Notwendigkeit eines Shoah-Zentrums in Wien damit begründet, dass es immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gebe. Gekommen ist ihm die Idee beim Besuch des Holocaust Museum in Los Angeles, wo Überlebende des Holocaust via Hologrammen mit jüngeren Besuchern in Kontakt treten. Als weiteres Vorbild einer solchen Einrichtung soll Yad Vashem in Jerusalem dienen. Als Träger könnten die Stadt Wien und der Bund vorangehen, geht es nach dem IKG-Präsidenten.

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