Politik | Inland
18.04.2018

Wien urgiert eingehende Prüfung von ATIB-Moschee: "Bund muss mehr tun"

Gefordert sei das Kultusamt und Verfassungsschutz, sagt Jürgen Czernohorszky. FPÖ sieht Problem bei Stadt Wien.

Wien hat am Mittwoch den Bund erneut gedrängt, in der Causa um den Moscheeverein ATIB und die Fotos von nachgestellten Schlachtszenen mit Kindern noch aktiver zu werden. "Das Kultusamt und der Verfassungsschutz sind dringend gefordert, die Aktivitäten von ATIB insgesamt zu überprüfen", urgierte Jugendstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

 

Der Kinder- und Jugendanwalt der Stadt habe bereits Mitte März in einem Brief an das Kultusamt eine Überprüfung von fragwürdigen Vorgängen in Moscheen verlangt, berichtete der Ressortchef: "Der Bund muss hier endlich mehr tun, um auch Hintergründe von Vereinen zu durchleuchten." Er habe "null Akzeptanz für jede Art der Indoktrination und Instrumentalisierung von Kindern", hielt Czernohorszky fest.

In Wien werden die Recherchen ausgeweitet: Die zuständige Magistratsabteilung 11 (Kinder- und Jugendhilfe) wird nicht nur die Verantwortlichen der Moschee, sondern auch die Führung von ATIB zu einem klärenden Gespräch einladen, hieß es.

Gudenus fordert Rücktritt von IGGÖ-Präsident

Der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus hatte zuvor heftige Kritik an der Wiener SPÖ geübt. "Die SPÖ hofiert seit Jahren Vereine wie ATIB und ist dort regelmäßig auf Wählerfang. Da kann man nur mehr auf Goethes Zauberlehrling verweisen: Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los", sagte Gudenus, der auch den Rücktritt von IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun forderte. 

"Es ist völlig unmöglich, dass der Präsident von diesen mehrfach durchgeführten Umtrieben in der Wiener Moschee Dammstraße nichts wusste. Damit bestätigt sich auch meine Ansicht, dass die IGGÖ von türkischen Nationalisten und Islamisten durchsetzt ist. So etwas hat in Österreich keinen Platz und ist völlig inakzeptabel."