Was Parteimitglieder dürfen, und was sie bezahlen

Was Parteimitglieder dürfen, und was sie bezahlen
Die SPÖ löste einen Run aufs Parteibuch aus – das keines mehr ist.

Johannes Bachleitner sitzt seit zwei Wochen auf Nadeln. Immer, wenn sein Handy bimmelt, glaubt er, dass die SPÖ dran sei.

Johannes Bachleitner ist IT-Chef der Neos und würde den Kollegen von der Sozialdemokratie gerne behilflich sein. Die Neos haben nämlich ein IT-Tool für Mitgliederbefragungen. „Wir könnten der SPÖ im Handumdrehen auch eine Stichwahl ermöglichen“, sagt Neos-Sprecher Julian Steiner freundlich.

Bei den Pinken sind Mitgliederabstimmungen seit der Gründung ein konstitutives Element. Mindestens einmal im Jahr gibt es ein Voting. Für Beiträge zwischen 60 und 90 Euro im Jahr dürfen die 3.000 Mitglieder ihr Spitzenpersonal und die Wahllisten wählen sowie über laufende Inhalte abstimmen. So war das neue Asylpapier der Neos, das gemeinhin als Richtungsänderung verstanden wurde, das Resultat einer Mitgliederabstimmung.

Seit Hans Peter Doskozil in der SPÖ eine Mitgliederbefragung über die künftige Führung erzwungen hat, gibt es einen Run aufs Parteibuch. 9.000 Neueintritte zählte die SPÖ binnen weniger Tage. Für 78 Euro im Jahr darf man online den neuen Chef wählen – was in potenziellen Kanzlerparteien wie der SPÖ die Stimme besonders aufwertet.

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