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02.10.2017

Kurz: "So etwas darf in Österreich keinen Platz haben"

In der Reihe der KURIER-Gespräche stellt sich diesmal ÖVP-Chef Sebastian Kurz den Fragen von Helmut Brandstätter. Auch die Affäre Silberstein um gefälschte Facebook-Seiten wurde besprochen.

"Die Politik in unserem Land wirkt weit weg von den Problemen des Landes", schrieb KURIER-Herausgeber Helmut Brandstätter heute in seinem täglichen Newsletter "Brandstätters Weckruf". Die am Wochenende eskalierte Affäre rund um Schmutzkübel-Seiten auf Facebook war auch beim heutigen KURIER-Gespräch mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz Thema. Der Spitzenkandidat der "Liste Kurz - die neue Volkspartei" stand im Wiener Raiffeisen Forum aber auch zu den Sachthemen des Wahlkampfs Rede und Antwort.

Das KURIER-Gespräch mit Sebastian Kurz zum Nachschauen und Nachlesen:

Kurz: "So etwas darf in Österreich keinen Platz haben"

  • 12:12

    Nach dem etwas hektischen Schluss bedankt sich KURIER-Herausgeber Helmut Brandstätter für die ausgewogene Diskussion.

  • 12:09

    Auf die Silberstein-Frage antwortet Kurz: Er sei bei einer Internet-TV-Konfrontation mit Heinz-Christian Strache auf das Gespräch mit Silberstein angesprochen worden. Damals habe er "kann schon sein" geantwortet. Er werde von sehr vielen Leuten angesprochen, die mit ihm reden wollen und gemeinsame Fotos machen wollen.

    Silberstein habe sich damals als Bekannter von Alfred Gusenbauer vorgestellt und "anscheinend", so Kurz, habe Silberstein Minuten lang auf ihn eingeredet, sagt Kurz jetzt im KURIER-Gespräch. Er wisse nicht, was das für eine besondere Bedeutung haben soll. Tatsache sei aber, dass Silberstein in Österreich bereits seit langem für die SPÖ und jetzt auch für Kern gearbeitet habe.

  • 12:08

    Kurz antwortet darauf, dass es in der Regierung Meinungsverschiedenheiten mit Kern gegeben habe, aber sehr wohl auch mit seinem Ex-Parteichef Mitterlehner.

  • 12:03

    Ein besonders kritischer Zuschauer bringt noch einmal Tal Silberstein ins Spiel. Warum er in einer TV-Diskussion nicht gleich zugegeben habe, dass er mit Silberstein in einem Flugzeug gesprochen habe. Auch das Strategiepapier habe Kurz zunächst nicht, und dann scheibchenweise zugegeben.

    Warum er die Dinge, die Mitterlehner und Kern paktiert hatten, hintertrieben habe, meint der Zuhörer.

  • 12:02

    Eine Zuschauerin ist skeptisch. Kurz könne froh sein, wenn er 30 Prozent seiner Pläne durchsetzen könne.

  • 12:01

    Kurz plädiert für eine Schuldenbremse in der Verfassung, um Spekulationgeschäfte etwa in Städten zu begrenzen. Auch die politische Verantwortlichkeit müsse entsprechend geregelt werden.

  • 11:57

    Ein Zuschauer weist darauf hin, dass manche Städte oder Bezirke in finanzielle Probleme geraten. Ob da nicht auch die Subsidiarität besser kontrolliert werden müsse.

  • 11:54

    Brandstätter spricht Kurz auf Strache an, der für eine allfällige Regierungsbeteiligung der FPÖ das Amt des Innenministers als Bedingung aufgestellt hat. Kurz meint, er könne sich gar nicht alle Bedingungen merken, manche kämen auch von Parteien, deren Sitz im Parlament noch gar nicht sicher sei.

  • 11:52

    Es habe in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu viel Selbstzufriedenheit gegeben. Brandstätter fragt Kurz, ob er ihn so interpretieren und zitieren kann: "Die Regierung muss mehr regieren"?

    Kurz sagt, er wolle sich generell nicht an das halten, was bei den Medien gut ankommt.

  • 11:51

    Kurz hält verwaschene Verhältnisse zwischen Regierung, Kammern und Gewerkschaften für problematisch. Jeder solle das tun, was er gut kann.

  • 11:49

    Ein Zuseher hat den Verdacht, Kurz wolle die "verdienstvolle" Sozialpartnerschaft "ein bisschen aushebeln".

  • 11:47

    Eine Regierung müsse regieren, sagt Kurz, ohne dass es jemand mitregiert. Kurz meint die Bundesländer und die Sozialpartner. Die Transparenzdatenbank (die bereits Kurz' Amtsvorvorvorgänger Sepp Pröll eingeführt hatte) kann nur funktionieren, wenn es auch Konsequenzen fürs Nicht-Einmelden gibt, sagt Kurz.

  • 11:46

    Kurz: "Ich halte es für sinnvoll, Subsidiarität zu leben." Als Beispiel nennt er aber nicht Österreich, sondern die EU.

    Aber auch in Österreich gebe es viele regionale Unterschiede, die man berücksüchtigen müsse.

  • 11:45

    Ein Zuschauer fragt, ob Kurz tatsächlich Zusagen der Länder habe, Kompetenzen abzugeben.

  • 11:44

    Das Wort "Verwaltungsreform" wolle er, Kurz, "gar nicht mehr in den Mund" nehmen.

  • 11:44

    Als Beispiel nennt Kurz wieder die 21 Sozialversicherungsträger. Als Reformer brauche man eine "dicke Haut", sagt Kurz.

  • 11:42

    Kurz würde keine Kommissionen gründen, "die zwei Jahre lang überlegen, was sie tun sollen".

    Der ÖVP-Chef sagt, er würde klein anfangen und dann das, was schon an Vorschlägen vorliege, Schritt für Schritt abzuarbeiten.

  • 11:40

    Steuer-Wettbewerb zwischen Bundesländern, wie auch von Vorarlbergs LH Markus Wallner gefordert, hält Kurz grundsätzlich für sinnvoll.

    Es gebe viele Doppelzuständigkeiten. Mehr Transparenz führe auch zu mehr Sparksamkeit.

    Ob er dafür wieder eine Kommission einführen wolle, fragt Brandstätter.

  • 11:37

    Kinder , die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, sollten verpflichtend an Ethik-Unterricht teilnehmen.

    Dennoch ist Kurz für den Religionsunterricht, er begründet das aus der christlich-jüdischen Tradition des Landes. Da ginge sonst etwas verloren. Bei Muslimen habe er die Befürchtung, dass sich bei einer Abschaffung des Religionsunterrichts dieser vielleicht bei Muslimen in Hinterhofmoscheen verlagern würde. Bei Muslimen beobachte er eine stärkere Bindung zur Religion.

  • 11:35

    Kurz steht zum differenzierten Schulsystem, damit nicht mehr nur in Privatschulen die Qualität gehalten werden könne. Lieber jetzt reformieren, als später teuer reparieren, meint Kurz.

    Generell wolle er das Thema Bildung mehr in Richtung Kindergärten und Volksschulen verlagern. Islamische Kindergärten beurteile er grundsätzlich skeptisch.