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Politik Inland
06/24/2019

VP Niederösterreich: Sobotka wird Spitzenkandidat

Mikl-Leitner will diesmal keinen Vorzugsstimmen-Wahlkampf in Niederösterreich, später soll System aber wieder kommen.

Die niederösterreichische ÖVP hat Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zum Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl im September gekürt. Die Entscheidung sei im Parteivorstand einstimmig getroffen worden, teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Montag in einer Pressekonferenz mit. Von einem Vorzugsstimmen-Wahlkampf werde diesmal "ausnahmsweise abgesehen", betonte die Chefin der Landespartei.

"Ich bin fest der Meinung, dass es in schwierigen und herausfordernden Situationen erfahrene Persönlichkeiten braucht", sagte Mikl-Leitner zur Wahl von Sobotka auf Rang eins der Landesliste. Der ehemalige Innenminister sei "verwurzelt in Niederösterreich und vernetzt in ganz Österreich" und führe "mit ruhiger Hand und sehr viel Sensibilität" das Parlament.

Sobotka moniert Angriffe auf Kurz

Sobotka sagte, im Wahlkampf etwa auf die Themen Wirtschaftsstandort und Pflege setzen zu wollen. Er ortete viele Angriffe auf ÖVP-Chef Sebastian Kurz. Dies sei ein Indiz dafür, dass dieser "es verdammt gut macht, wenn sich alle auf seine Person und vor allem auf die ÖVP konzentrieren".

Die Intensivphase im Wahlkampf werde mit Schulbeginn starten. Hinter Sobotka gehen IT-Expertin Eva-Maria Himmelbauer, NÖ-Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager sowie die Purkersdorferin Michaela Steinacker auf der Landesliste ins Rennen.

Mikl-Leitner: "Außergewöhnliche Situation"

"Wir werden nicht viele Einzelwahlkämpfe, sondern einen einzigen für Sebastian Kurz führen", sagte Mikl-Leitner zum vorläufigen Aus des Vorzugsstimmen-Wahlkampfs bei der niederösterreichischen ÖVP. Bei "weiteren Wahlen" soll dieses System künftig wieder zur Anwendung kommen. Nun verlange aber eine "außergewöhnliche Situation, dass wir von dem abweichen, was gelebte Tradition ist"

Die Ausnahme werde deshalb gemacht, "weil die letzte Wahl nur 18 Monate zurückliegt und hervorragende Arbeit geleistet wurde von unseren Mandataren". Die elf Nationalratsabgeordneten seien daher so gereiht worden, "dass sie wieder einziehen".