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Politik Inland
08/06/2021

Vorbereitungen für dritte Impfrunde in Österreich laufen

Derzeit sei die wissenschaftliche Datenlage aber noch nicht aussagekräftig genug, um eine dritte Impfung generell – schon vor Ablauf der neun Monate nach Zweitstich – zu empfehlen.

Noch wartet Österreich auf Empfehlungen der Europäischen Arzeimittelbehörde zur Durchführung der dritten Corona-Impfrunde. Mit den Landes-Impfkoordinatoren werden aber bereits  Vorbereitungen dafür getroffen. In den Pflegeheimen und bei Risikogruppen könne jederzeit mit der dritten Impfung gestartet werden, sobald die Experten das empfehlen und die Freigabe auf europäischer Ebene dafür gegeben wird, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung von Kanzleramt und Gesundheitsministerium.

„Oberste Priorität hat der Schutz der Älteren und der vulnerablen Gruppen. Wir erwarten uns daher eine rasche Information der EMA", sagt Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Man sei jedenfalls vorbereitet und haben mit den Landes-Impfkoordinatoren vereinbart, dass wir sofort nach einer möglichen Empfehlung mit der dritten Impfung beginnen können. Man wolle auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bitten, dieses Thema auf europäischer Ebene prioritär zu behandeln.

Hinsichtlich des Zeitpunkts erklärt Gesundheitsminster Wolfgang Mückstein: „Auf Basis der aktuellen Datenlage gehen wir davon aus, dass eine Auffrischungsimpfung frühestens nach neun Monaten notwendig sein wird. Das Nationale Impfgremium beobachtet hier laufend die Entwicklungen. Besonders wichtig ist es derzeit aber vor allem, dass so viele Menschen wie möglich ihren Impfschutz vervollständigen – nur so sind sie bestmöglich vor Delta geschützt. Parallel dazu, sind wir jedenfalls für die dritte Impfung gerüstet".

Derzeit sei die wissenschaftliche Datenlage aber noch nicht aussagekräftig genug, um eine dritte Impfung generell – schon vor Ablauf der neun Monate nach Zweitstich – zu empfehlen. Hier brauche es zuerst die nötige wissenschaftliche Evidenz, um die weitere Vorgehensweise im Detail zu fixieren. Impfstoff ist ausreichend vorhanden, teilen Mückstein und Kurz mit.

Zusätzlich will sich die Regierung auch mit jenen Ländern austauschen, in denen die dritte Impfung bereits im Gange oder in Planung ist, wie beispielsweise Israel oder Deutschland.

In ihrer gemeinsamen Aussendung werben Kanzler und Gesundheitsminister einmal mehr dafür, sich impfen zu lassen. "Der Impfstoff wirkt und schützt gegen das Virus und die Varianten. Es liegt in der Hand jedes Einzelnen, das Angebot anzunehmen und sich impfen zu lassen. Gerade die jungen Menschen im Land bitte ich, geht hin und holt euch eure Impfung. Die erste Hälfte des Sommers ist vorbei, wir können über weite Bereiche bis auf wenige Einschränkungen wieder die Freiheiten und Normalität genießen. Wenn wir das auch im Herbst und im Winter weiter so wollen, dann appelliere ich besonders an die jungen Menschen im Land: Unterschätzt das Virus nicht, sieben von zehn Neuinfektionen treffen euch Junge. Bitte lasst euch impfen“, so Kurz.

Neben dem Appell heißt es von Mückstein: "Diese Erkrankung ist nicht zu unterschätzen, sie wird unser Gesundheitssystem noch sehr fordern. 10 bis 14 Prozent der Infizierten leiden noch Monate später an den teils lebensverändernden Folgen einer Corona-Erkrankung - zu einem überwiegenden Teil sind Frauen und jüngere Personen betroffen. Riskieren Sie nichts, lassen Sie sich impfen".

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