Seit dem Ibiza-Video haben sich die Ereignisse überstürzt

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
03/04/2021

Von der Zigaretten-Mafia zur Regie des Ibiza-Videos

Detektiv Julian H. soll im U-Ausschuss befragt werden. Er wartet derzeit in Deutschland auf seine Auslieferung nach Österreich.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Auf der Ladungsliste für den Ibiza-Ausschuss steht auch der Wiener Detektiv Julian H., der Regisseur des Ibiza-Videos. Geladen hat ihn die ÖVP, ein Befragungstermin steht aber noch nicht fest. Gegen H. besteht seit 16. Juli 2020 ein Haftbefehl der Berliner Justizbehörden, seit Mitte Dezember 2020 sitzt er in Auslieferungshaft.

Basis für die Festnahme ist ein Europäischer Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Wien, der am 5. Juni 2020 ausgestellt wurde. Doch wegen der Anfertigung des Videos wird H. nicht ausgeliefert, sondern wegen des Verdachts der „möglichen versuchten Erpressung (Straches) mit den Ibiza-Aufnahmen“ und wegen Suchtgifthandels. Er soll zumindest rund 1.250 Gramm Kokain vermarktet haben. Der Ball liegt jetzt bei der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, sie muss als Vollstreckungsbehörde die Auslieferung bewilligen.

H. soll sich seit Sommer 2019 vor allem in Berlin, aber auch Frankreich und Spanien (Malaga) aufgehalten haben. Der 40-Jährige, der früher als Detektiv in Balkan-Kreisen und gegen die Zigaretten-Mafia gearbeitet haben soll, ist erst seit Oktober 2019 in Berlin offiziell gemeldet, früher war er mit seiner Detektivfirma in München tätig. Seit dem 8. Mai 2019 will er sich nicht mehr in Österreich aufgehalten haben.Am Tag davor soll er sich bei einer polizeilichen Verkehrskontrolle in Wien mit einem gefälschten slowenischen Führerschein ausgewiesen haben

H. hat sowohl in Berlin als auch in Wien immer wieder Rechtsmittel gegen den Haftbefehl eingelegt – ohne Erfolg. Er fühlt sich zu Unrecht verfolgt.. Der 40-Jährige  brachte unter anderem vor, dass gegen ihn kein dringender Tatverdacht für die Ausstellung eines Europäischen Haftbefehls vorliege.

Die Staatsanwaltschaft Wien teilte der Berliner Justiz aber mit, dass in Österreich dafür ein (einfacher) Tatverdacht ausreiche. „Ein Tatverdacht liegt vor, wenn aufgrund bestimmter Tatsachen wahrscheinlicher ist, dass die zu verhaftende Person eine gerichtlich strafbare Handlung (...) begangen hat“, heißt es in einem Schreiben der Wiener Justiz an die Generalstaatsanwaltschaft Berlin.

Weder die Berliner Behörden noch die Staatsanwaltschaft Wien konnten dem KURIER sagen, wann Julian H. tatsächlich nach Österreich überstellt wird.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.