Politik | Inland
21.11.2017

Verwirrung um Dokument zu Van der Bellen-Auftritt

Laut einem Bericht in der "Krone" ist ein angebliches Protokoll rund um einen vertraulichen Auftritt von Alexander Van der Bellen vor EU-Diplomaten aufgetaucht. Die Präsidentschaftskanzlei bestreitet die darin behaupteten, kontroversen Aussagen.

Man weiß nicht, von wem es stammt, ob es der Wahrheit entspricht und wie oder wieso es den Medien zugespielt wurde, doch ein angebliches Protokoll über ein Treffen von Alexander Van der Bellen mit den Botschaftern der EU-Staaten sorgt für Wirbel. Der Grund: Die Krone berichtet in ihrer Dienstags-Ausgabe darüber, was der österreichische Präsident dort angeblich gesagt haben soll. Dies sei entweder eine "Affäre" oder "Intrige", schreibt das Blatt.

Einige Stellen des "persönlich gehaltenen" und "mit privaten Anmerkungen" des verfassenden Diplomaten versehenen Dokuments hat die Krone "aus rechtlichen Gründen" geschwärzt. In den sichtbaren Passagen heißt es zum Beispiel, Sebastian Kurz sei ein irritierender Mann, weil er kaum Alkohol und keinen Kaffee trinke und rauche. Zudem wisse der ÖVP-Chef politisch gar nicht, wohin er das Land führen wolle. Die Ablehnung einer FPÖ-Regierungsbeteiligung soll der Bundespräsident als "Hysterie" bezeichnet haben, und Kurz und SPÖ-Chef Christian Kern könnten einander nicht ausstehen. Überlegungen zur Koalitionsbildung stehen ansonsten neben bereits durch Medienberichte bekannt gewordenen Statements, wie die Ablehnung von Johann Gudenus und Harald Vilimsky.

Die Präsidentschaftskanzlei wollte ein grundsätzlich vertrauliches Gesprächs nicht im Detail kommentieren. Gegenüber der Krone heißt es aber "irreführende und absurde Spekulationen, die offenbar im Zusammenhang mit der Regierungsbildung stehen, werden zurückgewiesen". Das Dokument sei völlig unseriös, heißt es im Bericht. Die anderen anwesenden Botschafter würden das bezeugen können. Der Diplomat habe dem englischsprachigen Gespräch möglicherweise nicht richtig folgen können, oder es handle sich um eine Intrige gegen Van der Bellen.