Reinhold Mitterlehner

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Politik | Inland
08/30/2014

Neuer Parteichef kommt bei den ÖVP-Wählern gut an

Bürger bezweifeln aber, dass sich in der Koalition viel ändern wird.

Es war eine turbulente Woche für die ÖVP. Nach dem überraschenden Rücktritt von Michael Spindelegger übernahm Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner das Ruder in der Partei. Ist der Oberösterreicher der optimale Parteichef? Wird mit ihm in der Regierung mehr weitergehen? Bundespräsident Heinz Fischer sieht einen "Anlass für Optimismus", sagte er am Samstag im ORF-Radio. OGM fragte im Auftrag des KURIER die Bevölkerung. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer resümiert: "Gutes Obmann-Wechsel-Management. Ein durchaus freundlicher Empfang des neuen Parteichefs." Dennoch werde bezweifelt, dass nun in der Koalition mehr weitergehen wird als bisher.

Die Details: 40 Prozent der Bürger meinen, dass Mitterlehner der richtige Mann für die ÖVP-Spitze sei (Grafik). Unter den ÖVP-Wählern sind 74 Prozent überzeugt davon. Interessant: Auch 44 Prozent der Neos-Anhänger befinden, der neue Frontmann sei ideal für die Schwarzen.

Die Erwartungen der Basis sind groß: Mehr als die Hälfte der ÖVP-Wähler ist der Ansicht, der neue Chef werde zu sichtbaren Änderungen in der Politik der Volkspartei führen.

OGM hat auch abgefragt, welcher Partei der Obmann-Wechsel am meisten nützt. Das Meinungsbild ist diffus. Bemerkenswert ist aber, dass jeder zweite SPÖ-Wähler sagt, die Rochade komme den Roten zugute. "Sie gehen davon aus, dass an Spielraum gewonnen wurde, um eine Lösung des Blockade-Themas Steuerreform zu finden", erläutert Bachmayer. An den großen Neustart der Regierung glaubt die Mehrheit aber nicht. Sechs von zehn Österreichern sagen, es werde sich nichts ändern. Unter den ÖVP-Wählern meinen 45 Prozent, die Kooperation zwischen SPÖ und ÖVP werde sich verbessern.

Bringt Mitterlehner der ÖVP bei künftigen Wahlen mehr Stimmen? 48 Prozent sagen Ja, 43 Prozent gehen nicht davon aus.

Mitterlehner: Der Schritt nach vorn