Strache dementierte Zuwendungen an die Partei

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
12/13/2019

Straches Rundumschlag gegen Gegner und Weggefährten

Einen Einzug in den Wiener Gemeinderat wollte Strache nicht ausschließen. Er brauche aber Zeit, um über weitere Schritte nachzudenken.

Er sei eine Enttäuschung aber auch das Ende einer Täuschung. Am Abend nach seinem Partei-Ausschluss ließ Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im ZIB2-Interview wenig Gutes an seinen ehemaligen Weggefährten in der FPÖ. Der Ausschluss sei nun eine Zäsur mit der ein wesentliches Kapitel in seinem Leben zu Ende gehe.

Auch viele Bürger würden merken, wie mit ihm und seiner Frau in den vergangenen Wochen umgegangen worden sei, sagte Strache, der von einer "Vorverurteilungsmaschinerie" sprach. "Diese Mechanismen haben mich damals schon verwundert und sie haben sich zugespitzt", sagte er. "Ich hätte das meinen ehemaligen Weggefährten nicht zugetraut."

"Man wollte mich politisch vernichten"

Harte Worte richtete Strache auch in die Richtung seiner politsichen Gegner. So sei die Spesenaffäre, die man ihm nun zur Last legt, das Ergebnis der Bemühungen eines kriminellen Netzwerkes, das  ihn "politisch vernichten" wolle, wiederholte Strache. Aber: "Ich habe nie irgendetwas unredliches in Auftrag gegeben. Im Gegenteil."

Was Überlegungen zu einem möglichen politischen Comeback angeht, erklärte Strache, er werde über Weihnachten über seine weiteren Schritte nachdenken. Diese müssten "wohldurchdacht" sein, betonte er schon in der ZiB 1 des ORF. Immerhin müsse man 120-prozentig hinter einem solchen Schritt stehen. Im Moment genieße er jedenfalls die Freiheit, parteifrei zu sein. Sobald er eine Entscheidung getroffen habe, "ob ich überhaupt einen politischen Schritt im kommenden Jahr setze, werde ich diesen Schritt bekannt geben".

Schon einmal bei Null begonnen

Chancen für eine neue Partei sieht der Ex-FPÖ Chef allemal. Gegenüber oe24.tv verwies der Ex-Vizekanzler auf seinen politischen Werdegang in der FPÖ: Er habe ja bei der letzten Wiener Wahl als Spitzenkandidat 31 Prozent erreichen können. Und er habe ja schon einmal eine Partei (die FPÖ, Anm.) "bei fast null Prozent übernommen und wieder aufgebaut" - warum solle ihm das also nicht wieder gelingen, sagte Strache.

Angesprochen auf ein mögliches Antreten als Spitzenkandidat für die neu gegründete "Allianz für Österreich" der Strache-Loyalisten rund um den Wiener Landtagsabgeordneten Karl Baron sagte Strache, dies wäre "sicherlich etwas Reizvolles". Die DAÖ sei "aufgrund der Entwicklungen der letzten Wochen entstanden", man habe ihm durch seine Suspendierung aus der FPÖ "alle demokratischen Rechte" genommen. Auch jenen, die sich dafür eingesetzt hätten, einen gemeinsamen Weg in der FPÖ zu gehen, sei man "ziemlich in die Parade gefahren", erklärte Strache. Manche, "die meiner Person und Politik loyal gegenüber sind", seien daher offenbar zu diesem Schritt gekommen. Es brauche jetzt aber "schon viel zusätzliche Struktur und Aufbauarbeit" - und ein "gutes Programm" - die Menschen würden ja nicht Namen oder Hüllen wählen, sondern Inhalte und Personen, denen sie zutrauten, Verantwortung zu übernehmen.

Paralleluniversum

Zum Retourschlag holte gleich daraufhin der Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp aus. "Ich komme mir vor, wie in einem Paralleluniversum", sagte er im Hinblick auf Straches Aussagen.

Das Verhalten des ehemaligen blauen Chefs sei parteischädigend gewesen und Strache habe sich durch seine Aussagen und Postings gewissermaßen selbst ausgeschlossen. Wie Strache fühlt sich auch Nepp enttäuscht und getäuscht.