Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

„Lieber österreichische Erdwärme“: SPÖ will Nutzung erleichtern

Das Finanzministerium plant eine Novelle des Mineralrohstoffgesetzes. Für die Nutzung von Erdwärme soll künftig nicht mehr die Zustimmung aller Grundeigentümer nötig sein.
Geothermie-Anlage in Neustadt-Glewe wird erweitert

Zusammenfassung

  • Das Finanzministerium will das Mineralrohstoffgesetz novellieren, um Tiefengeothermie durch einfachere Genehmigungen und geänderte Zustimmungsregeln bei Bohrungen zu erleichtern.
  • Der SPÖ-Vorschlag sieht ein gebündeltes Genehmigungsverfahren mit nur einer Behörde sowie eine Risikoabsicherung vor, die später über eine geringe Geothermie-Abgabe finanziert werden soll.
  • Die Novelle wird noch in der Koalition verhandelt, während Geothermie als wichtiger Baustein der Energiewende gilt und vor allem in Wien sowie in Ost- und Südostösterreich großes Potenzial hat.

Das für Bergbau zuständige Finanzministerium will das Mineralrohstoffgesetz novellieren und damit die Nutzung von Tiefengeothermie erleichtern, berichtet das Ö1 Morgenjournal

SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll will demnach „lieber österreichische Erdwärme und österreichische erneuerbare Energie“ nutzen, als „Öl und Gas aus Kriegsländern“. Derzeit braucht es bei Bohrungen die Zustimmung aller betroffenen Grundeigentümer, das soll sich künftig ändern.

Der SPÖ-Vorschlag sieht außerdem eine Bündelung des Genehmigungsverfahrens vor: Wie auch bei anderen erneuerbaren Energien soll es künftig nur noch ein Verfahren, eine zuständige Behörde und am Ende einen Bescheid geben. Zusätzlich plant das Finanzministerium ein Instrument zur Risikoabsicherung, das nach der Amortisation der Investitionskosten mit einer geringen Abgabe auf Geothermie finanziert werden soll.

Verhandlungen innerhalb der Koalition noch notwendig

Über die konkrete Ausgestaltung der Novelle muss noch innerhalb der Regierung aus ÖVP, SPÖ und Neos verhandelt werden, Schroll rechnet mit einer raschen Einigung.

Geothermie ist hierzulande ein Hoffnungsträger der Energiewende. Die günstigsten thermischen Untergrundbedingungen befinden sich in den „Thermenregionen“ Ost- und Südostösterreichs, im Wiener Becken, im Inn- und Hausruckviertel und in der Gegend von Bad Gastein. 

Unter Wien wurde ein Reservoir in rund 3.000 Metern geortet. Laut Wien Energie sollen damit langfristig 200.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Bis 2040 will das Unternehmen etwa ein Viertel der Wiener Fernwärme aus Tiefengeothermie gewinnen. Probebohrungen gibt es auch in der Steiermark, erste Wärmelieferungen könnten dort frühestens 2030 erfolgen.

Kommentare