Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) könnte Stellvertreter von Rendi-Wagner werden.

© APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Politik Inland
10/19/2018

Kaiser lädt SPÖ zur Aussprache, lässt Rückzug aus Bundesämtern offen

Forderung nach sechstem Platz auf EU-Liste basiere auf den Leistungen der Landespartei. Shitstorm gegen Luca Kaiser.

Der Kärntner SPÖ-Vorsitzende LH Peter Kaiser will die Spitze der Bundespartei zu einer Aussprache nach Kärnten einladen. Das erklärte er am Freitag auf APA-Anfrage. Bei diesem Gespräch sollen die Vorkommnisse rund um die Reihung des Kärntner Kandidaten für die EU-Wahl auf Platz neun der Liste diskutiert werden, sagte Kaiser.

Als Termin für das angestrebte Gespräch nannte der Kärntner SPÖ-Chef die nächste reguläre Sitzung des Kärntner Landesparteivorstandes, die am 19. November stattfinden soll. Was er von der Bundespartei verlangen will, sagte Kaiser nicht: "Das sind interne Dinge und die werden auch intern besprochen." Jedenfalls passe der Termin der Vorstandssitzung sehr gut, da er knapp vor dem Bundesparteitag stattfinden werde.

Kaiser wies die Darstellung, er habe den sechsten Platz auf der EU-Kandidatenliste deshalb gefordert, weil sein Sohn Luca Kaiser von der Kärntner SPÖ nominiert worden sei, kategorisch zurück: "Das hat nichts mit der Nominierung meines Sohnes zu tun, sondern basiert auf den Leistungen der Landespartei, auch bei der parteiinternen Arbeit für die Bundes-SPÖ." Nicht zuletzt könne Kärnten auch auf das beste Landtagswahlergebnis aller SPÖ-Landesorganisationen verweisen. Aus all diesen Gründen sei man der Ansicht, dass der Kärntner SPÖ ein Mandat an wählbarer Stelle zugestanden hätte werden müssen.

Die Kleine Zeitung vermeldet unterdessen, dass Kaiser auch den Rückzug aus allen bundespolitischen Funktionen in der Partei nicht ausschließen will. "Wir werden das intern diskutieren. Es ist für mich ergebnisoffen", wird der Parteichef-Stellverter und das Bundesparteivorstandsmitglied dort zitiert.

Luca Kaiser sieht sich unterdessen in den sozialen Medien einem regelrechten Shitstorm ausgesetzt. Bis zum späten Vormittag gab es bereits rund 900 Kommentare, die teilweise äußerst aggressiv bzw. untergriffig ausfielen.