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Politik Inland
05/19/2019

Polit-Aktivisten als Videomacher: Was steckt hinter der Theorie?

Zuerst heizte die Aktionsgruppe die Diskussionen um ihre Beteilung bei der "Ibiza-Affäre" an, zuletzt dementierte sie.

Es waren nur Ausschnitte eines siebenstündigen Videos, die den nun Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus zum Rücktritt zwangen. Die Frage, wer die Falle stellte und wer das Video an die Medien Süddeutsche Zeitung und Spiegel Online weitergab, sorgt weiterhin für Spekulationen.

Eine heiße Spur führte zur deutschen Aktionsgruppe "Zentrum für Politische Schönheit". Laut Medienberichten sagt einer der Gruppe nahestehenden Person, dass diese zumindest involviert gewesen sei. Angeblich wollen sich die Kunstschaffenden und Aktivistinnen der Gruppe erst zu dem Video äußern, wenn es zu einem Rücktritt von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl kommt, schreibt das Profil.

Nun scheint es doch anders. ORF-Journalistin Susanne Schnabl schreibt auf Twitter, sie habe mit Stefan Pelzer vom Zentrum telefoniert und sie würden nicht dahinter stecken.

Unklar war ohnehin, ob die deutsche Aktivisten-Truppe das Video produziert und die Falle gestellt hat oder - falls überhaupt - nur nachträglich an das Material gelangt war.

Ein Journalist der Badischen Zeitung, Daniel Laufer, war der erste, der einen Zusammenhang erkennen wollte. Schon am Freitagabend schrieb er auf der Plattform Twitter, dass der Account "kurzschluss14" rund 15 Minuten vor Veröffentlichung durch SZ und Spiegel erstellt wurde und das Zentrum diesem Account als Erster gefolgt war.

Der Account "kurzschluss14" veröffentlichte dann am Samstagvormittag einen weiteren, bisher unbekannten, Ausschnitt des Ibiza-Videos. Der KURIER entschied sich gegen die Weiterverbreitung des Videos, da die Authentizität nicht gesichert ist.

Das Zentrum ist bekannt für große Protestaktionen. Im November 2017 etwa enthüllte die Gruppe eine Installation unter dem Projektnamen "Bau das Holocaust-Mahnmal vor Höckes Haus!" in Sichtweite des Grundstücks von AfD-Abgeordneten Björn Höcke.