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Politik Inland
02/19/2019

KV Sozialwirtschaft: "So hart wie nie zuvor verhandelt"

Nach Streik: Beschäftigte erhalten 3,2 Prozent mehr Lohn. Auch 100 Euro mehr für Lehrlinge.

Nach 17-stündigen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der fünften Verhandlungsrunde in der Nacht auf Dienstag auf einen Kollektivvertragsabschluss für die rund 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft geeinigt. Vereinbart wurde eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,2 Prozent, wie die Verhandler in den frühen Morgenstunden mitteilten.

Arbeitszeitpakt

Lehrlinge bekommen künftig zusätzlich 100 Euro extra monatlich. Außerdem einigte man sich auf ein Arbeitszeitpakt. Für die Beschäftigten im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich bringt das einen zusätzlichen Urlaubstag ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit, Zuschläge fürs Einspringen, einen Anspruch auf Altersteilzeit, die Möglichkeit Umkleidezeit als Arbeitszeit zu werten sowie die Regelung der geteilten Dienste, welche künftig nur bei mindestens fünf Stunden Tagesarbeitszeit insgesamt möglich sind. Bei Dienstplänen soll außerdem die Planungssicherheit erhöht werden, hieß es. Die Gewerkschaft hatten eine 35-Stunden-Woche und die sechste Urlaubswoche für alle fordert. Die Arbeitgeber lehnte die ab.

 

Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der GPA-djp, zeigte sich im Ö1-Morgenjournal nur teilweise zufrieden. "Die Arbeit in der Pflege ist extrem fordernd, da braucht es mehr Ruhezeit", sagte sie. Sie könne das Argument der Politik nicht mehr hören, wonach ein weiterer Urlaubstag aufgrund der Personalknappheit nicht möglich wäre. "Ich verstehe das nicht. Es geht um die Attraktivierung des Berufs." Außerdem sei die Politik gefordert, die Pflege auszufinanzieren. 

Positiv sieht Teiber hingegen den Gehalts- und Lohnabschluss. "Das ist ein guter Abschluss. Wir haben so hart wie nie zuvor verhandelt. Bei der Arbeitszeit werden wird dranbleiben", so Teiber.

Die Gewerkschaft zeigten sich mit dem Ergebnis in einer Aussendung am Dienstag zufrieden. "Dieser sehr gute Abschluss zeigt die nötige Wertschätzung für die schwierige Arbeit im privaten Gesundheits- und Sozialbereich. Möglich war dieser Abschluss nur, weil unzählige Kolleginnen und Kollegen mit ihren Streiks und Aktionen den Druck entsprechend erhöht haben. Dieser Abschluss ist vor allem auch ihr Erfolg", so die Verhandler Reinhard Bödenauer (GPA-djp) und Michaela Guglberger (vida). Durch das Arbeitszeitpaket würden "die vielen verschiedenen Berufsgruppen in der Sozialwirtschaft dort profitieren, wo es mit der Arbeitszeit für sie die größten Probleme gibt".

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