Politik | Inland
05.02.2018

Sozialministerin will ein Gütesiegel für Pflege-Agenturen einführen

ABD0005_20180103 - WIEN - ÖSTERREICH: Sozialministerin Beate Hartinger (FPÖ) am Dienstag, 02. Jänner 2018, während eines Intervi… © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Hartinger-Klein betonte die Wichtigkeit der 24-Stunden-Betreuung, allerdings müsste man dabei auf gewisse Pflegestandards achten.

Ein " Gütesiegel" für Agenturen, die 24-Stunden-Betreuung anbieten, will Sozialministerin Beate Hartinger-Klein einführen. Das kündigte sie am Montag bei einem Pressegespräch in einer Pflegeeinrichtung in Liebenfels im Bezirk St. Veit/Glan an. Derartige alternative Betreuungsformen sind aus ihrer Sicht "Best practice". Konkrete Modelle zur Pflege hatte die Ministerin nicht im Gepäck.

Hartinger-Klein fand den Ort der Pressekonferenz "charmant". Man sei hier nahe am Menschen, und das sei ihr wichtig. Bei dieser Form der personalisierten Betreuung, wie sie in Liebenfels angeboten werde, werde auf den Einzelnen eingegangen. Solche Modelle seien für Personen bis Pflegestufe 3, höchstens 4, aber das könne natürlich nicht für alle zu Pflegenden angewendet werden. Die 24-Stunden-Betreuung ist für Hartinger-Klein "sehr sehr wichtig", um Standards festzulegen, sei man dabei gemeinsam mit der Wirtschaftskammer ein "Gütesiegel" zu erarbeiten. Denn es sei notwendig, auf die Pflegestandards zu achten, auch bei den Agenturen. Wer die Einhaltung der Kriterien überprüfen werde, müsse noch erarbeitet werden. Das könnten die Hausärzte sein, eventuell auch die Hauskrankenhilfe.

Zu viele Ärzte wandern ab

Hartinger-Klein meldete sich auch zum Thema Ärztemangel zu Wort. Es würden genug Mediziner in Österreich ausgebildet, aber zu viele würden abwandern. Man werde Anreize schaffen müssen, etwa über Stipendien, hier sei sie in Kontakt mit dem Bildungsminister. Über eine Internetplattform sollten die Menschen zudem die Möglichkeit bekommen, zu überprüfen, welche Wartezeiten es gebe.

Der Kärntner-FPÖ-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Gernot Darmann, übte heftige Kritik an der Sozialpolitik der SPÖ in Kärnten. Bezüglich alternativer Pflegeeinrichtungen forderte er, die derzeitige Beschränkung auf maximal sechs zu pflegende Personen pro Einrichtung aufzuheben. Angesichts des Pflegeschlüssels hätten ihm die Betreiber versichert, auch neun Personen betreuen zu können.