Social Media: Verbot soll noch diese Woche präsentiert werden

Nur noch technische Details sind offen. Am Mittwoch endet außerdem das Handy-Experiment.
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Das von der Bundesregierung angekündigte Verbot von Social Media ist kurz vor der Präsentation. Das wurde dem KURIER am Dienstag aus Regierungskreisen bestätigt.

Dem Vernehmen nach geht es nur noch um technische und juristische Details. Aber dass das Verbot kommt und diese oder Anfang nächster Woche als konkretes Modell vorgestellt wird, sei paktiert.

Die politische Herausforderung beim Verbot besteht darin, dass Soziale Medien wie TikTok oder Instagram erst ab einem bestimmten Alter zugänglich sein sollen.

Im Unterschied zu anderen Verboten wie Zigaretten oder Alkohol gibt es in der Praxis zwei konkrete Herausforderungen: Zum einen sind Apps bzw. Soziale Medien – im Unterschied zu Zigarettenrauch oder Alkohol – nicht ausschließlich schädlich für Kinder. Sie bieten Anschluss und ermöglichen Kommunikation und Bildung – all das muss bei einem Verbot berücksichtigt werden, um grundrechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Wie kann man ein Social-Media-Verbot kontrollieren?

Gleichzeitig ist die Frage der Kontrolle in der Praxis schwierig. Denn im Unterschied zur Supermarktkassa, wo ein Jugendlicher, der Alkohol kaufen will, nach dem Ausweis gefragt wird, ist bei Smartphones schwer zu kontrollieren, wer das Gerät verwendet. Die Alterskontrolle ist technisch aufwendig.

Hinzu kommt: Die Bundesregierung will verhindern, dass Pass- oder Ausweisdaten in rauen Mengen bei Großkonzernen bzw. App-Herstellern im Ausland landen.

Die Lösung für das Problem könnte eine eigene App sein, die ausschließlich zur Altersbestätigung herangezogen wird. Die EU hat diese Idee bereits angedacht, in Österreich existiert sie in Form der ID Austria. Ob und wie man auf die ID Austria zurückgreifen möchte, das bleibt vorerst offen.

Verzicht auf Smartphone: Großes Handy-Experiment

Abgeschlossen wird heute, Mittwoch, das sogenannte Handy-Experiment.

In ganz Österreich haben mehr als 72.000 Schülerinnen und Schüler versucht, drei Wochen ohne ihr Smartphone auszukommen.

Der KURIER hat eine Schulklasse im GRG23 in Wien-Liesing begleitet.

Eine Schülerin führte ein Tagebuch (dieses lesen Sie hier). Bei ihr wie auch bei Gesprächen mit dem KURIER hat sich gezeigt: Die Schüler haben durch den Verzicht auf Soziale Medien Zeit und Lebensqualität gewonnen. Bei einem früheren Experiment an einer Schule in Gänserndorf hat sich gezeigt, dass die Schüler deutlich weniger negative Gedanken und eine höhere Konzentrationsfähigkeit haben, wenn sie auf Smartphones verzichten. Das liegt laut Psychologen nicht nur daran, dass die Inhalte Sozialer Medien Stress verursachen. Allein die Tatsache, dass das Gerät nicht am Körper oder mit dabei ist, senkt die Erwartungshaltung und damit den Stresslevel.

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