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Hypo-Abwicklung

So verwandelt die Heta Assets in Cash

Auf dem Weg vom "Asset" zur Bargeldkassa gehen Milliarden verloren. Auch 1200 Arbeitsplätze, davon 400 in Klagenfurt, werden noch verschwinden

von Daniela Kittner

11/19/2015, 07:00 PM

Die Hypo-Abbaugesellschaft HETA gab am Donnerstag in Wien in einem Hintergrundgespräch einen Überblick über ihre Selbstauflösung.

Die HETA verwandelt ihre Assets (Immobilien, Beteiligungen, Forderungen an Kunden) in Bargeld (Grafik). In der Bilanz 2014 wies die HETA 9,7 Milliarden Assets aus und hatte 2,4 Milliarden Cash in der Kassa aus. Mit Stand November 2015 besitzt sie knapp vier Milliarden Bares. Am Ende des Weges, 2020, will die HETA 6,3 Milliarden Cash besitzen plus 1,4 Milliarden, die die HGAA (das verkaufte Südosteuropa-Netz) noch zurückbezahlt. Wenn also die Abwicklung plangemäß erfolgt, wird der Cash-Bestand der HETA von den derzeit knapp vier auf maximal 7,7 Milliarden steigen (restliche Milliarden gehen durch Tilgungen, Rückstellungen, Gehälter und andere Kosten verloren).

Den 7,7 Milliarden gegenüber stehen Gläubigerforderungen von 10,2 Milliarden vorrangigen Anleihen (für die Kärnten haftet).

Hinzu kommen 2,4 Milliarden für Bayern (von denen der Bund 1,2 Milliarden vorausbezahlt hat).

Hinzu kommen nachrangige Anleihen von 800 Millionen (mit Kärnten-Haftung).

Das Management der HETA hat den Auftrag, so viel wie möglich Cash zu scheffeln. Ausgeben werden das Geld andere: Nach Ablauf des Zahlungsmoratoriums im Juni 2016 wird die Finanzmarktaufsicht (FMA) das HETA-Geld dazu verwenden, die Gläubiger zu bedienen. Die HETA selbst hat hier keine Mitsprache. Die FMA wird per Bescheid einen Schuldenschnitt verfügen, sie kann den Gläubigern nur so viel auszahlen, wie in der HETA drinnen ist. Die FMA muss sich außerdem an das Konkursrecht halten, denn bei einer Bankenabwicklung dürfen Gläubiger grundsätzlich nicht schlechter behandelt werden als bei einer herkömmlichen Insolvenz. Hier entzündet sich ein Streit: Gläubiger mit Vorrang-Anleihen sagen, Bayern dürfte nicht aus der HETA-Masse bedient werden, da der Kredit eines (Ex-)Gesellschafters im Konkursfall hinter Vorrang-Anleihen zu reihen sei.

Rechtlich klar ist: Sobald die FMA die Gläubigerforderungen kappt, können die Gläubiger die Kärnten-Haftung beanspruchen und den Differenzbetrag einfordern. Das brächte Kärnten in Insolvenzgefahr. Um diese Situation zu vermeiden, bemüht sich Kärnten derzeit intensiv um eine Verhandlungslösung mit den Gläubigern. Sie muss fertig sein, bevor der FMA-Bescheid ausgestellt ist.

Abgesehen von den Steuer-Milliarden, die bei der Hypo noch auf dem Spiel stehen, wird dieses Trauerspiel auch noch mehr als tausend Arbeitsplätze kosten. 1800 Arbeitnehmer hat die HETA derzeit, davon 600 in Unternehmen, die der HETA gehören, und 1200 in der Abbaugesellschaft selbst. 400 der "Abbau"-Jobs sind in Klagenfurt, 800 außerhalb Österreichs (in Balkanländern). Die Chance, von neuen Eigentümern übernommen zu werden, haben nur die 600 Arbeitnehmer in den Betrieben. Die anderen 1200 werden bis 2020 "abgebaut".

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