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Politik | Inland
12/21/2018

Sicherheitslücke: "Kaiser Franz Josef" bei Außenminister-Treffen

Bei Gymnich-Treffen während EU-Ratspräsidentschaft war gefälschte Zugangskarte im Umlauf. Laut Regierung war sie aber inaktiv.

Mit derart hohem Besuch hätte im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft wohl niemand gerechnet:

Franz Josef I
KAISER
Organisationsstab

So steht es auf einer Zutrittskarte für das sogenannte Gymnich-Treffen geschrieben, das Ende August in Wien stattfand.

Der Kaiser höchstselbst wurde bei dieser informellen Tagung der EU-Außenminister freilich nicht gesichtet, offenbar hatte sich jemand einen Scherz erlaubt - und damit Sicherheitsmängel im zuständigen Exekutivsekretariat des Bundeskanzleramts offenbart.

"Ein Europa, das schützt" - den Slogan der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs, die Ende des Jahres an Rumänien übergeben wird, würde Ewa Dziedzic daher insofern relativieren. "Es verdichtet sich der Eindruck, als wäre die Regierung Kurz nicht in der Lage, eigene Veranstaltungen in Wien zu schützen", kritisiert die Grünen-Bundesrätin.

In einer parlamentarischen Anfrage an das Bundeskanzleramt will sie nun wissen, ob bekannt ist, wie viele dieser illegitimen Zutrittskarten im Umlauf sind und was man dagegen zu tun gedenkt bzw. dagegen getan hat. Ein Bild der Zutrittskarte kursierte bereits im Sommer in den sozialen Medien.

Zudem hätten nach Ansicht von Dziedzic die internationalen Gäste informiert werden sollen, dass sie einer "massiven Gefährdung" ausgesetzt waren. Nicht durch den ehemaligen Kaiser, sondern durch etwaige andere ungebetene Gäste, die sich über Fake-IDs Zutritt verschafft haben könnten.

Regierung: "Kein Unbefugter hatte Zutritt"

Ein Sprecher der Regierung kalmiert am Freitagnachmittag: Die Karte sei "inaktiv" gewesen. Es gebe auch keine Informationen, wonach (weitere) Fake-Zutrittskarten in Umlauf seien.

„Der gegenständliche Badge war inaktiv und es hätte sich dementsprechend kein Unbefugter Zutritt zur informellen Ministertagung der Außenministerinnen und Außenminister verschaffen können. Es lag somit auch keine in diesem Zusammenhang stehende Sicherheitslücke vor“, betonte der Sprecher. Zu den möglichen Hintergründen der Kartenausstellung machte er keine Angaben.