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Politik Inland
08/01/2019

Schulen: Finanzierung über Sozialindex gefordert

Von einem Sozialindex profitieren würden neben Wien auch andere große Städte.

Sogenannte Brennpunktschulen stehen oft vor großen Herausforderungen.So hat etwa in Wien die Hälfte der Schülerinnen und Schüler eine andere Umgangssprache als Deutsch. Die wirtschaftsliberale Denkfabrik Agenda Austria plädiert daher dafür eine Neuverteilung des Bildungsbudgets nach einem Sozialindex. Brennpunktschulen sollen so mehr Geld erhalten.

Die Idee ist nicht ganz neu. Zuletzt hatten SPÖ, Grüne und NEOS den Sozialindex für die Schulfinanzierung propagiert. Auch der frühere ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann äußerte Sympathien für das Modell. Es würde bedeuten, dass Schulen mit größeren Herausforderungen auch mehr Geld erhalten. Umgesetzt wurde es von Türkis-Blau aber nicht. Im Gegenteil: Ansätze für einen "aufgabenorientierten Finanzausgleich" wurden wieder schubladisiert.

"Einkommenskarriere mit sechs Jahren zu Ende"

Geht es nach Agenda Austria-Leiter Franz Schellhorn, sollte eine Bildungsreform weit oben auf der Prioritätenliste der nächsten Regierung stehen. "Wenn man in Österreich im falschen Bezirk auf die Welt kommt, ist die Einkommenskarriere im Alter von sechs Jahren zu Ende", kritisiert Schellhorn im Gespräch mit der APA die mangelnde Dotierung von "Brennpunktschulen".

Von einem Sozialindex profitieren würden neben Wien auch andere große Städte. Denn in Wien besuchen zwei Drittel der Volksschüler Schulen, deren "soziale Benachteiligung" als hoch oder sehr hoch gilt. Dies ist der Fall, wenn viele Kinder Migrationshintergrund haben und viele Eltern nur Pflichtschulabschluss oder schlecht bezahlte Jobs. Auch in Graz, Wels und Linz ist dieser Anteil überdurchschnittlich groß.

"Natürlich könnte Wien profitieren, weil es da die größten Probleme gibt", betont Schellhorn. Sollten Brennpunktschulen mehr Geld bekommen, fordert er aber auch Transparenz über die Resultate - also etwa eine Veröffentlichung der Bildungsstandard-Ergebnisse der Schulen und deren laufende Evaluierung. Bleiben Erfolge aus, solle es Konsequenzen geben. Außerdem sollten Gehaltsvorrückungen für Lehrer aus seiner Sicht an Weiterbildung geknüpft werden, etwa an den Erwerb digitaler Kompetenzen.