Politik | Inland
09.09.2018

"Happy Herbert": Schöne neue Welt des BVT-Ministers

Im Internet inszeniert sich der umstrittene FPÖ-Innenminister als stets gut gelaunter Abenteurer.

Herbert Kickl turnt mit Polizei-Maskottchen, zeigt sich im knappen Lauf-Outfit, scherzt mit Staatsmännern, klettert im Hochgebirge, scheint immerfort Hunde zu streicheln – und das alles stets mit einem Lächeln im Gesicht. Das zumindest ist das Bild, das man als einer seiner Zehntausenden Fans auf Facebook und Instagram vom täglichen Tun des Innenministers serviert bekommt.

Von den schweren Geschützen, die seit Wochen und Monaten gegen Kickl in der Geheimdienst-Affäre um das Bundesamt für Verfassungsschutz ( BVT) von der Opposition aufgefahren werden, nimmt man im selbst inszenierten Auftritt des FPÖ-Politikers kaum etwas wahr. Auch die Reaktionen des Ministers auf die oppositionellen Vorwürfe, er habe das BVT „überfallen“ und „Zeugen präpariert“, sind rar gesät. Und selbst in der ihn politisch eigentlich betreffenden Debatte um abzuschiebende Asylwerber in der Lehre verblieb Kickl zumeist im (medialen) Hintergrund.

Viel lieber scheint sich der einstmals um keine giftige Aussendung verlegene FPÖ-General über soziale Netzwerke als sympathischer Abenteurer mit Heidenspaß am Ministerjob zu inszenieren – ein Beispiel: Am Tag, an dem ihm etwa das Magazin profil via Titelseite vorwirft, „seine eigenen Leute ausgeschaltet“ zu haben, postet Kickl Gute-Laune-Bilder vom Fallschirmspringen. Der vorherige Eintrag handelt vom „Familientag“ im Ministerium, an dem sich Kickl mit Teddybären und Kindern ablichten lässt. Die Reaktion einer Nutzerin:„Süß!!!<3“