© KURIER/Jeff Mangione

Beamtenpensionen
08/31/2015

Polizisten gehen jetzt am frühesten in Pension

Antrittsalter steigt, nur bei der Exekutive sinkt es. 98 Prozent gehen vor 65 in die Rente.

von Michael Bachner

Der Rechnungshofbericht zur ausgeprägten Frühpensionitis bei den Landeslehrern hat die Debatte über den Beamtenruhestand und seine besonderen Bedingungen im Vergleich zur Privatwirtschaft neu entfacht. Einige, nicht unerhebliche Fakten kamen in der Diskussion zu kurz:

Reform zeigt Wirkung Seit der Zugang zur Hacklerregelung wesentlich erschwert wurde (2013) und das spezielle Lehrermodell ausgelaufen ist, stieg das Pensionsantrittsalter bei den Pädagogen sprunghaft an. Reformen wirken also.

Die neuesten Zahlen stammen aus dem März 2015, das zuständige Bundeskanzleramt hat erhoben: Von 2013 auf 2014 stieg bei den Lehrern des Bundes das Pensionsantrittsalter um elf Monate auf 62 Jahre und zwei Monate. Damit weisen die Lehrer bereits das zweithöchste Antrittsalter im Bundesdienst auf.

Richter Nur die Richter und Staatsanwälte gehen mit durchschnittlichen 63 Jahren noch später in Pension als die Bundeslehrer (AHS und BMHS). In der Justiz treten knapp zwei Drittel der Richter und Staatsanwälte ihre Pension tatsächlich erst mit dem Erreichen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters (65 für Männer und Frauen) an. Zum Vergleich: Bei den Lehrern waren das 2014 nur rund 27 Prozent.

Daten-Wirrwarr

Neue Vergleichs-Daten zu den Landeslehrern gibt es noch nicht. Sollte sich Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) mit ihrer Forderung nach einem gesetzlichen Beamten-Pensionsmonitoring durchsetzen, müssten sie ab 2016 verfügbar sein. Bisher haben Daten zu Landeslehrern der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und einzelne Landesregierungen. Für die Pensionsdaten der ASVG-Versicherten ist das Sozialministerium zuständig. Das erschwert den Überblick massiv.

Besser als ASVG Klar ist: Insgesamt steigt das Pensionsantrittsalter im öffentlichen Dienst seit der Pensionsreform 2003 kontinuierlich an und liegt jetzt bei 60,9 Jahren – immerhin 1,3 Jahre über jenem in der Privatwirtschaft.

Exekutive

Besonders schlecht fallen jedoch die Werte im Exekutivdienst aus, also bei Polizei und Justizwache. Im Bericht des Bundeskanzleramtes heißt es: "Aufgrund der Belastungen ihres Berufes steht ihnen die Inanspruchnahme der Schwerarbeiterregelung offen. Rund 59 Prozent gehen vorzeitig in Pension, 39 Prozent aufgrund von Dienstunfähigkeit und nur ein kleiner Teil – zwei Prozent – tritt die Pension mit dem Regelpensionsalter an."

Anders formuliert heißt das: 98 Prozent der Polizisten und Justizwachebeamten gehen bevor sie 65 Jahre alt sind in Pension. Im Jahr 2014 betrug das durchschnittliche Pensionsantrittsalter in der Exekutive 58 Jahre. Im Jahr davor lag es noch bei 58 Jahren und elf Monaten. Auffällig ist: In allen anderen Bereichen des Bundesdienstes – Lehrer, Richter, Militär, Verwaltung – stieg das Pensionsantrittsalter.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.