Der Große Redoutensaal in der Hofburg in Wien - er wird während der Zeit des Parlamentsumbaus Plenarsaal für den Nationalrat.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Nationalrat & Bundesrat
12/04/2014

Hofburg wird zum Hohen Haus

Sanierung des baufälligen Parlaments: Umzug 2017 kostet 51 Millionen, Renovierung 352 Millionen Euro.

von Karin Leitner

Dass das Parlamentsgebäude saniert wird, steht seit Längerem fest. Nun ist auch fix, wohin jene 400 Leute im Sommer 2017 übersiedeln, die im Hohen Haus am Wiener Ring werken.

Ein paar Hundert Meter weiter, in den Redoutensälen der Hofburg, werden die 183 National- und 61 Bundesratsmandatare tagen. Die Büro- und Ausschuss-Arbeit wird in Pavillons verrichtet. Quaderförmig, dreigeschoßig, etwa zehn Meter hoch sollen sie sein. Einer der Fertigteil-Container wird im Bibliothekshof der Hofburg postiert, ein oder zwei Pavillons sollen auf den Heldenplatz kommen. In Summe ist eine Fläche von zumindest 15.000 Quadratmetern vonnöten: 7000 soll die Hofburg, 8000 bis 9000 sollen die Container bieten.

Sechs Ausweich-Varianten habe die Parlamentsdirektion geprüft, sagt SPÖ-Nationalratspräsidentin Doris Bures. Die nun – von den sechs Parlamentsparteien – gewählte sei die kostengünstigste: "Mit Steuergeld wird sparsam umgegangen."

51,4 Millionen Euro sind für Übersiedlung und Betrieb (Miete etc.) budgetiert, für die Sanierung des Hohen Hauses 352,2 Millionen – insgesamt also 403,6 Millionen. Toleranzrahmen: plus/minus 20 Prozent. Ihn nach oben auszuschöpfen, geht nicht ohne neuerlichen Gesetzesbeschluss. "Unser Ziel ist, im Zeit- und Kostenplan zu bleiben", sagt Bures.

Drei Jahre sind für die Renovierung des rund 130 Jahre alten Parlamentshauses anberaumt. Zuwarten hätte man damit nicht können, meinen Bures und ihre beiden Kollegen, Karlheinz Kopf (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ). Der Theophil-Hansen-Bau sei "in ganz schlechtem Zustand. Die Substanz eines kulturell und historisch wertvollen Gebäudes beginnt zu verfallen" (Bures).

Alle drei sind voll des Lobes für die jeweilige Polit-Konkurrenz. "Von Anfang an wurde professionell und konsensual vorgegangen", sagt Kopf. "Die Parteipolitik spielt keine Rolle, die gibt es im Plenarsaal", befindet Hofer.

Verköstigung ungeklärt

Derzeit können sich die Abgeordneten in einer Cafetaria (sie grenzt an die Säulenhalle des Parlaments) laben. Wie man sie in den Übergangsräumen verköstigt, ist offen. An Catering wird gedacht.

Jetzt geht es an die Detailplanung der temporären Auswanderung; europaweit wird ausgeschrieben. Parlamentsdirektor Harald Dossi: "Es wird eine logistische Herausforderung."

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