Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP)

© APA/BKA/HANS HOFER

Rupprechter & Bures
04/08/2014

Ohren zu und durch – beim Werbehalt in Tirol

Ministertour: Wenig Bürgerkontakt, viel Spaß.

von Christian Willim

Andrä Rupprechter (ÖVP) ist am Montagvormittag schon ein paar Minuten vor Regierungskollegin Doris Bures (SPÖ) am Start. Und die nutzt der Landwirtschaftsminister gleich, um sich ans Steuer zu setzen. Es wird nicht das letzte Mal an diesem Tag sein. Nach dem Probesitzen auf dem Fahrersitz eines in Innsbruck wartenden Hybrid-Busses, mit dem die beiden Minister ihren Part der Bundesländertour der Regierung in Tirol bestreiten, geht es ins Wipptal zu einer Baustelle des Brenner Basistunnels (BBT).

Dass es auf dem Weg dorthin bei der Autobahnmautstelle Schönberg nicht zu einer längeren Verzögerung kommt, ist den prominenten Passagieren zu verdanken. Dem Bus fehlt die elektronische Mautbox. Der Schrankenwart lässt trotzdem passieren. "Ich habe ihm gesagt, dass er sich das direkt mit der Verkehrsministerin ausmachen kann", erzählt der Busfahrer später. Bures und Rupprechter lächeln dem Mann im Mauthaus beim Vorbeifahren zu. Erster Bürgerkontakt geglückt.

Mit den Menschen und Beschäftigten vor Ort ins Gespräch kommen ist die Devise der "Erfolgreich.Österreich"-Tour. Das ist an diesem Tag nicht so leicht. Im BBT-Zufahrtsstollen bei Steinach am Brenner herrscht ein Höllenlärm. Zehn Meter am Tag arbeiten sich die Arbeiter hier in den Berg hinein. Im Jahr 2026 soll der 56 Kilometer lange Eisenbahntunnel Tirol mit Italien verbinden – und den Lkw-Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Bures und Rupprechter dürfen ihren Teil leisten – und eine Sprengung auslösen. "Ohren zuhalten", befiehlt ein Mineur, bevor es knallt.

"Der BBT ist eines unserer größten Umweltprojekte", erklärt Bures später, wo die Schnittmenge dieses Milliarden-Projekts für beide Minister liegt. Und Rupprechter nutzt die Gelegenheit, um für die EU Werbung zu machen. "Ohne den Beitritt hätte das Projekt nicht so schnell umgesetzt werden können."

Im Maul von "Vera"

Beim Besuch einer Bauernfamilie in Ranggen hat Rupprechter Heimspiel. Schnell steckt die Hand im Maul von Kuh "Vera", die daran herumschlabbert. Hofeigentümer Wolfgang Gratl ist auch nicht scheu. Er appelliert an den Minister, eine Lösung für die Almflächen-Problematik zu finden. Der sitzt kurz darauf in einem Heukran und düst damit herum.

Lärm begleitet die Minister dann wieder durch den Recycling-Betrieb der Firma Höpperger in Pfaffenhofen. Und Rupprechter setzt sich noch einmal ans Steuer. Mit einem riesigen Radlader verlädt er Plastikmüll in einen Container. Und hat Spaß.

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