Am 29. August 2013 lud Bundeskanzler Werner Faymann Journalisten zu Hintergrundgesprächen in das Bundeskanzleramt ein.

© BKA/Andy Wenzel/BKA

Runder Tisch
08/31/2013

„Medizin nicht abgesandelt“

Faymann hört Experten. Top-Spezialisten wollen mehr Forschungsgeld.

von Patricia Haller

Zuerst bat Werner Faymann die Seinen zum Wahlkampfauftakt ins Wiener MuseumsQuartier. Danach hatten er und Staatssekretär Josef Ostermayer fünf Topmediziner aus dem AKH ins Kanzleramt geladen: den Leiter der Kinderklinik Arnold Pollak, den Krebsspezialisten Christoph Zielinski, Günther Laufer, Leiter der Herzchirurgie, Oswald Wagner vom Institut für Labormedizin und die renommierte Kinder- und Jugendpsychiaterin Claudia Klier.

Es war ein Privatissimum über den Stellenwert der österreichischen Spitzenmedizin und dessen Zukunft. Einhellige Meinung der Koryphäen: Wer in Österreich Spitzenmedizin und beste Medikamente brauche, bekomme sie auch.

Das sei auch darauf zurückzuführen, dass in den medizinischen Forschungsstandort investiert wurde. Österreich habe sich da seit 1985 in einem weltweiten Ranking ins Feld der Besten (Deutschland, Belgien) vorgearbeitet. „Ich glaube, dass unsere Qualität wirklich sehr hoch ist. Unsere Medizin ist nicht abgesandelt“, sagte Pollak mit einem Schmunzeln.

Zielinski: „Ich kann heute einem Krebspatienten in der Klinik ein Medikament aufschreiben, das 3000 oder 4000 Euro kostet und der Patient bekommt das von der Krankenkasse. Ich kann nur inständig flehen, dass das so bleibt.“

Sparen und investieren

Um die Qualität auf diesem Niveau zu halten, müssten Konzepte für die kommenden zwei bis drei Generationen her. Forschung und Krankenversorgung müssten weiter Hand in Hand gehen. In den Ausbau von Qualität und Forschung müsse ebenso investiert werden wie in die Vorsorge. Die Zukunft der Spitzenmedizin liege in Versorgungszentren mit hohem Spezialisierungsgrad, die mit den niedergelassenen Ärzten kooperierten. Nach solchen Zentren, deren Leistungen nachvollziehbar sein müssten, würden die Patienten in Zukunft auch verlangen – und dafür auch längere Anreisezeiten akzeptieren. In diesem Strukturwandel läge auch Sparpotenzial. Mit der beschlossenen Gesundheitsreform seien dafür „die Weichen gestellt“, sagte Pollak.

Faymann zeigte sich beeindruckt und brach eine Lanze für die medizinische Forschungsförderung. „Jede Weiterentwicklung in der Medizin heißt, dass uns die Gesundheit etwas wert sein muss. Wir müssen weiter in die Forschung investieren, damit die Spitzenmedizin über die öffentliche Versorgung weiter allen offen steht.“ – Seit 2007 war die Forschungsförderung für das Gesundheitswesen dem Bund einiges Wert. Die Ausgaben stiegen von 373 Millionen auf 530 Millionen Euro.

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