Politik | Inland
17.04.2018

#retouchierenwiekurz: ÖVP-Photoshopdebakel wird zum Netzhit

Dass die Vorarlberger ÖVP ein Bild ihres Landeschefs Wallner mit Kanzler Kurz retuschierte, sorgt für Belustigung - und eifrige Nachahmer.

"Message Control" lautet das neue Zauberwort der Bundesregierung. Nach außen sollte nur dringen, was auch offiziell kommuniziert wird. Kein Streit, keine Meinungsverschiedenheit - und auch keine unliebsamen Bilder dürfen das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Das Social-Media-Team der Vorarlberger ÖVP nahm es mit dieser neuen Direktive offenbar ganz genau. Wie Kurier.at berichtete, wurde ein unliebsamer Bildhintergrund bei einem Treffen zwischen Bundeskanzler Sebastian Kurz und Landeshauptmann Markus Wallner kurzerhand ausgetauscht. Photoshop macht's möglich. Und so gab's statt einer rauchenden Asiatin (Twitter-User wollen einen Joint erkannt haben) mitten in der Debatte um Nichtraucherschutz eine schöne - ganz dem alten ÖVP-Idyll entsprechende - Alpenlandschaft zu sehen.

Die kuriose Aktion sorgte auf Twitter umgehend für zahlreiche Neuinterpretationen türkiser "Message Control". Unter dem Hashtag #retouchierenwiekurz wurden Dutzende Neubearbeitungen hochgeladen. Hier eine kleine Auswahl: 

Schaut amüsant aus, hat aber auch einen ernsten Hintergrund: Dass Sebastian Kurz und Co. vermehrt eigene Fotografen für offizielle Termine einsetzen, während Pressefotografen vor verschlossenen Türen warten mussten, ist die problematische Seite dieser "Message Control".