© APA/ROLAND SCHLAGER

Politik Inland
04/14/2020

Kurz zur Corona-Krise: "Heute erster Schritt in Richtung neue Normalität"

Seit heute, Dienstag, haben einige Geschäfte wieder geöffnet. Morgen soll es erste Lockerungen im Sport geben.

von Raffaela Lindorfer

"Wir sind auf Kurs", verkündete Kanzler Sebastian Kurz am Dienstagvormittag vor Medien. Eine gute Nachricht, denn vor den Osterfeiertagen herrschte Hochspannung: Würden sich die Österreicher wirklich an die Ausgangsbeschränkungen halten?

Offenbar. Die Zahlen der Neuinfektionen und der Hospitalisierungen entwickeln sich gut, sagte der Kanzler - und bedankte sich bei den Österreichern für ihre "Disziplin und das Durchhaltevermögen".

Die Bevölkerung hätte in den vergangenen Wochen "unglaubliche Entbehrungen" aushalten müssen. "Aber diese Disziplin macht es möglich, dass wir heute den ersten Schritt in Richtung neue Normalität setzen können. Und dass wir uns wieder ein Stück weit dem Leben annähern, das wir in Österreich gewohnt waren und das wir so lieben."

Kleine Geschäfte und Baumärkte sind seit heute, Dienstag, wieder geöffnet. Das sei nicht nur ein Schritt in die "neue Normalität", sondern auch ein Schritt, um die Wirtschaft zu reaktivieren. Das erklärte Ziel des Kanzlers: "Wir wollen schneller aus der Krise herauskommen als andere Staaten."

Das sagte er aber mit Vorbehalt: "Sollten sich die Zahlen in die falsche Richtung entwickeln, werden wir die Notbremse ziehen."

Die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus finden Sie hier in unserem Live-Ticker:

Kogler: Sport ist als nächstes dran

Der nächste Schritt wird laut dem zuständigen Vizekanzler Werner Kogler der Sport sein. Einzelne Aktive bekommen - wie angekündigt - bald wieder die Möglichkeit, in ihren Trainingseinrichtungen zu trainieren.

Über Einzelheiten wollte Kogler am Mittwoch informieren. „Das betrifft die Sportstätten, so viel kann man jetzt schon sagen, weil die Sportausübung im Freien ist ja erlaubt und als gesundheitliche Maßnahme durchaus erwünscht“, sagte Kogler.

Bei der Maßnahmenlockerung will der Minister „die Logik und den Hausverstand walten lassen“, soll heißen: Outdoor- vor Indoor-Sportarten und Einzelsport- vor Mannschaftssportarten oder Kampfsportarten.

Mit der Prämisse „Einschränkungen so viele wie notwendig, Freiheiten so viele wie möglich“ soll den Sportverbänden Handlungsspielraum gegeben werden. „Dann können, sollen und dürfen die jeweiligen Sportverbände selber auch mitentscheiden, was sie im Rahmen dieser Möglichkeiten tun.“

Kogler will mit Vertretern des Österreichischen Fußballs über mögliche Geisterspiele sprechen: „Wir werden heute und morgen noch mit dem ÖFB und der Bundesliga konferieren, um zu schauen, was möglich ist."

An den angekündigten Entschädigungsfonds für Sportvereine und -verbände würde mit Hochdruck gearbeitet. „Teilweise passen die bestehenden Fonds schon auf einzelne Vereine im Sportbereich. Und für alle, die nicht gewinnorientiert sind, wird das in diesen Tagen fertiggestellt“, sagte Kogler.

Gegen Ende der Woche sollen Lockerungen für den Kulturbereich angekündigt werden.

Anschober: "Das Unterfangen ist gelungen"

Gute Nachrichten - wenn auch etwas vorsichtiger formuliert - hatte auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Er erinnerte noch einmal an die Zahlen von Mitte März, als die Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten sind:

Da gab es täglich noch Zuwachsraten von rund 40 Prozent, derzeit nähere man sich dem Ziel - null Prozent - an. Täglich sei zudem die Zahl der Neugenesungen höher als jene der Neuinfektionen.

Mitte März hätten sich die Infektionsfälle noch alle drei Tage verdoppelt. Derzeit sei man bei 39 Tagen. "Das zeigt, dass das Unterfangen grundsätzlich gelungen ist", sagte Anschober.

Zu den Zahlen: Von den 14.147 Gesamterkrankten seien 7.542 bereits genesen. Aktiv erkrankt sind aktuell rund 6.900 Personen.

Die Ausgangsbeschränkungen seien "die erste Etappe" gewesen, sagt Anschober. "Die zweite wird noch deutlich schwieriger." Es gehe jetzt um das Steuern. "Wir wollen schrittweise eine Öffnung realisieren und gleichzeitig das Virus unter Kontrolle halten."

Daher bittet der Minister, weiterhin die Hygienemaßnahmen, den Mindestabstand und die Ausgangsbeschränkungen einzuhalten.

Nehammer: 2.000 Anzeigen, 380 Strafzettel

Innenminister Karl Nehammer sagte ebenfalls erst einmal: "Danke." Obwohl der Druck hoch gewesen sei hätten sich die Menschen an die Regeln gehalten. Die Polizei habe 2.000 Anzeigen gemacht und 380 Organstrafmandate ausgestellt.

Zu beklagen gab es vier Verkehrstote und 171 Verletze. Nehammer: "Das ist deutlich weniger als in den vergangenen Jahren."

Am Schluss noch ein Appell in Hinblick auf den Andrang auf die seit heute geöffneten Geschäfte: "Man muss nicht alles am ersten Tag einkaufen."

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.