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Politik Inland
09/05/2019

Rechtsextreme Tendenzen im Heeresgeschichtlichen Museum

Es kursieren schwerwiegende Vorwürfe, wonach es in dem staatlichen Museum einen Rechtsdrall gibt. Der Verteidigungsminister kündigt dem KURIER eine Untersuchung an.

von Christoph Schattleitner

Mit dem 1998 beschlossenen Kunstrückgabegesetz hat sich die Republik Österreich verpflichtet, in der NS-Zeit geraubte Kunstwerke, die sich (noch immer) in den Bundesmuseen befinden, an die rechtmäßigen Eigentümer, vornehmlich Juden, zu restituieren.

Um eine Entscheidung für oder gegen die Rückgabe fällen zu können, werden seither Dossiers zu den Kunstwerken mit einer zweifelhaften Erwerbung erstellt, in der die Eigentümerkette dargelegt ist. Im Heeresgeschichtlichen Museum ist für diese Provenienzforschung ein ehemaliger FPÖ-Mitarbeiter, Walter Kalina, zuständig. 

KURIER–Recherchen lassen Zweifel entstehen, ob Kalina seine Arbeit unvoreingenommen erledigt. Denn Kalina hatte während seiner Laufbahn auffallend oft und eng Kontakt zu Personen und Organisationen, denen Rechtsextremismus und Judenhass vorgeworfen wird.