Politik | Inland
23.09.2017

Radiologie-Wartezeiten: Bessere Zahlen, Drohung bleibt

Elf von 14 untersuchten Wiener Vertragsinstituten vergeben Termine für MRT-Untersuchungen innerhalb von 20 Arbeitstagen, seit Anfang August sind die Zahlen laut Rendi-Wagner in den meisten Instituten rückläufig.

Seit ihrem Amtsantritt droht Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner ( SPÖ) immer wieder damit, die Wartezeiten auf Radiologie-Untersuchungen gesetzlich zu beschränken. Im März einigte sich das Gesundheitsressort mit der Wirtschaftskammer und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger schließlich darauf, die Wartezeiten bis Jahresende deutlich zu verkürzen – wird das Ziel (höchstens zehn Arbeitstage Warten auf CT-Untersuchungen sowie 20 Tage auf MRT-Untersuchungen) bis dahin nicht erreicht, gibt es ein Gesetz.

Aus aktuellen Zahlen aus dem Gesundheitsressort, die dem KURIER vorliegen, geht nun hervor: Die Drohung zeigt Wirkung. So vergeben elf von 14 untersuchten Wiener Vertragsinstituten Termine für MRT-Untersuchungen innerhalb von 20 Arbeitstagen, seit Anfang August sind die Zahlen laut Rendi-Wagner in den meisten Instituten rückläufig. Auch in Niederösterreich liegen derzeit die meisten Institute unter der Frist von 20 Tagen – zum Vergleich: Vor eineinhalb Jahren lag die Wartezeit in Wien nur in einem von 13 geprüften Instituten unter den avisierten 20 Tagen, in Niederösterreich waren es zwei.

Ähnlich sieht es bei CT-Terminen aus: Auf die wartet man in Wien durchschnittlich zehn Werktage, in Niederösterreich ebenso. Der Trend zu kürzeren Radiologie-Wartezeiten zeichnet sich auch in allen anderen Bundesländern ab, erklärt eine Ressortsprecherin. Als Grund für die Verbesserungen führt Rendi-Wagner nebst der erzwungenen besseren Zusammenarbeit vor allem ein höheres Maß an Transparenz an: Laut Hauptverband weisen rund 90 Prozent der Anbieter von Radiologie-Untersuchung die durchschnittlichen Wartezeiten auf ihren Homepages aus.

„Das ist nun ein positiver erster Schritt“, erklärt die Ministerin, die von der SPÖ jüngst in die erste Wahlkampfreihe geschickt wurde. Nachsatz: „Wir sind aber noch nicht dort, wo wir hin wollen“. Ab 1.1 2018, so Rendi-Wagner, „darf niemand mehr länger als zehn Tage auf ein CT und 20 Tage auf ein MRT warten“.