Politik | Inland
27.04.2017

Programmieren ab acht Jahren: Digitale Schule wird Pflicht

Widerstand sinnlos: Lehrer müssen ins digitale Zeitalter einsteigen, damit die Kinder Zukunft haben.

Das Who is who der IT-Branche versammelte sich am Mittwoch bei Sophie Karmasin im Jugendministerium. Anwesend war auch Sektionschef Christian Dorninger vom Bildungsministerium.

Beide Ministerien sind sich einig: Für die Schulen hat eine neue Ära anzubrechen. Ab Mai, also ab Dienstag, geht das sogenannte "Future Learning Lab" österreichweit in den Probebetrieb, ab September in den verpflichtenden Vollbetrieb. Ziel ist, der Jugend keine Chancen auf dem künftigen Arbeitsmarkt zu verbauen, sondern im Gegenteil welche zu eröffnen.

Die Schule muss sich digitalisieren. Dazu müssen die Lehrer lernen, die digitalen Werkzeuge im Unterrich zu nutzen. Man will sie dabei unterstützen.

Es ist beeindruckend, was die IT-Wirtschaft diesbezüglich bereits entwickelt hat. So tingelt A1 – um beim Rudimentären zu beginnen – in jedes Dorf, um technik-scheuen Menschen "Lust aufs Internet" zu machen. 115.000 Personen hat A1 schon erreicht, nun bietet die Firma diese Aktion im Rahmen des "Future Learning Lab" auch Lehrern an.

Apple legt den Schwerpunkt auf Einfachheit für das Lehrpersonal. Die Lehrer sollen nicht zum Technik-Supporter verkommen, sondern weiter die Pädagogik im Zentrum behalten.

Auf chinesischer Mauer spazieren

Der Projektleiter von "Future Learning Lab", Thomas Narosy, nannte Beispiele für digitale Methoden im Schulalltag: Audiofiles für Fremdsprachen, das Vermitteln von Physik per Video-Darstellung, oder das Vermeiden von Zettelwirtschaft, indem Hand-outs auch in der icloud gespeichert und abgerufen werden können. Microsoft führte vor, wie mit dem Aufbau eines menschlichen Auges auf dem Computer ebendieses besser erlernt werden kann, oder Gedichte in Computerspiele umgesetzt werden. Spannend sind die 3D-Schauboxen von Google (um 15 €), wo man in Verbindung mit dem Handy auf der chinesischen Mauer spazieren, in Ozeanen tauchen oder in Verona den Romeo und Julia-Balkon besichtigen kann.

Samsung bietet Tools an, um Kindern ab acht eine neue "Fremdsprache", die Programmiersprache für die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine beizubringen. So werden Kinder auf die Robotik vorbereitet. Sie sollen das Handy nicht nur nutzen, sondern kritisch hinterfragen, was dahinter steckt. IBM legt dabei besonderen Fokus auf die Mädchen. Die abgebildete Biene ist von Kindern programmierbar – sie ist ein Guide durchs Future Learning Lab.