Politik | Inland
23.05.2018

Pilz' Rückkehr: Beratung dauert "noch Tage"

Aufdecker will zurück. Nur: Wer für ihn weichen soll, sorgt für Differenzen - die Entscheidung kommt frühestens Freitag.

„Jetzt ist der Weg frei. Und ich werde diesen schnell antreten“, sagte Peter Pilz am Dienstag noch zum KURIER - die Staatsanwaltschaft Innsbruck hatte da ihre Erhebungen gegen ihn eingestellt.

Nur: So frei ist der Weg wohl noch nicht - dem Aufdecker stehen nämlich noch die Parteikollegen im Weg. Es scheint ein mehr als schwieriger Prozess zu sein, wer letztendlich den Weg für ihn frei macht.

"Wir haben bis 1.30 Uhr in der Nacht diskutiert. Aber wir sind noch nicht am Ziel", sagt Noch-Klubchef Peter Kolba zum KURIER. Eine Pressekonferenz zu Pilz' Comeback, die eigentlich am Mittwochvormittag hätte stattfinden sollen, wurde schon verschoben; am Nachmittag heißt es dann: "Die Entscheidung wird wohl noch die nächsten Tage dauern, heute und morgen wird es kein Statement geben."

Die Krux an der Sache: Alle sind sich einig im Klub, dass Peter Pilz wieder zurückkehren soll. Aber keiner will sich für Pilz opfern. Alfred Noll hat Gefallen an seinem neuen Leben als Abgeordneter gefunden. Seine Reden sind mittlerweile Highlights im Parlament. Auf Peter Kolba, der für Pilz als Klubchef im Herbst einsprang, will Pilz nicht verzichten. Und auch Wolfgang Zinggl sowie Bruno Rossmann sind  für den Opfergang auch nicht bereit.

Frauenfrage

Bleibt also nur mehr eine der Frauen. Im Gespräch war zuletzt immer die Steirerin Martha Bißmann, die statt Pilz in den Nationalrat nachrückte. Sie war einer der wenigen, die eine Opferbereitschaft signalisierte - wenn die „Rahmenbedingungen passen“. Diese Optik wäre allerdings alles andere als ideal: Dass nach den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung ausgerechnet eine Mandatarin für Pilz den Sessel räumen müsste, findet kaum jemand in der Liste Pilz gut. " Wir sind schon einen Schritt weiter als gestern Nachmittag. Ich bin guter Hoffnung, dass wir heute noch eine Lösung finden“, sagt  Kolba

Und Peter Pilz? Der hat keinen Zweifel, dass es zu einer Lösung kommt. "Aber wir wollen keine Einzelentscheidung treffen, sondern gleich über EU-Kandidatur und Parteiakademie reden. Deswegen dauern die Diskussionen länger, aber es sind sehr konstruktive Gespräche“, so Pilz. Wenn Pilz an die Öffentlichkeit tritt, dann so es quasi wie ein Neustart für die Liste Pilz sein. "Auch über einen neuen Namen reden wir. Aber diese Entscheidung wird heute noch nicht getroffen," erzählt  Pilz. Ohne die Wegbegleiter der Liste Pilz hätte der Aufdecker, die vergangenen Monate "nicht so locker überstanden“, meint er. "Das sind alles tolle Menschen.“