ABD0023_20170301 - OSTERHOFEN - DEUTSCHLAND: (v.l.) Bundesparteiobmann der FPÖ Heinz-Christian Strache, AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry am Mittwoch, 1. März 2017, beim Politischen Aschermittwoch der Afd in Osterhofen. - FOTO: APA/BARBARA GINDL

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Besuch
03/01/2017

Politischer Aschermittwoch: Strache gastiert bei AfD

Beim politischen Aschermittwoch der rechtspopulistischen AfD in Bayern war FPÖ-Chef Heinz Christian Strache zu Gast. Er prognostizierte Parteivorsitzenden Frauke Petry eine künftige Kanzlerschaft.

Die Alternative für Deutschland beging am Mittwoch den "Politischen Aschermittwoch" im bayrischen Osterhofen. Unterstützung für die rechtspopulistische Partei, die im Herbst den erstmaligen Einzug in den deutschen Bundestag schaffen will, kam aus Österreich. FPÖ-Chef Heinz Christian Strache hielt am späten Vormittag eine Rede.

Mit der FPÖ arbeite man seit Monaten in einer Allianz zusammen. "Wir sind eine Gesinnungsgemeinschaft", stellte der AfD-Landesvorsitzende Bayerns Petr Bystron fest. "Uns wird Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen", empörte er sich als Vorredner von Strache. Dabei habe man eine Preussin (AfD-Vorsitzende Frauke Petry) und einen Österreicher zu Gast. Bystron beklagte in seiner Rede die Unsicherheit Deutschlands wegen Zuwanderung, schuld sei die Politik: "Ich sage an die Adresse der Politiker: Gnade euch Gott! Wir werden, wenn wir in den Bundestag kommen, alles aufarbeiten. Der Untersuchungsausschuss Merkel wird kommen!"

Strache: Brüsseler Diktatur

Im Saal war man über diese Worte erfreut und behielt die gute Laune auch beim nächsten Redner: Strache, laut Ankündigung "der zukünftige Bundeskanzler Österreichs" im Gegensatz zu "Verlierer" Christian Kern der als "angeblichen Bundeskanzler Österreichs" bezeichnet wurde.

Strache sprach der AfD Mut zu und prognostizierte für die Zukunft eine mögliche Kanzlerin Frauke Petry. Ansonsten nutzte er seine Rede zu einen verbalen Rundumschlag gegen sämtliche politischen Lager.

Angela Merkel? "Mutti", wie Strache sie nannte, habe die Bevölkerung "verraten" mit einer "Zerstörungspolitik", die so dumm sei, dass es nur Absicht gewesen sein könne.

Martin Schulz? "Abgehoben", mit einer "autoritären, totalitären Mentalität", die Taschen nicht voll kriegend sei Schulz ein "Unsympathler" und ein Sinnbild für Brüssel. " Deutschland hat es nicht verdient von einem etablierten politischen Establishment, abgehobenen Brüsseler Autokratie und teilweise Brüsseler Diktatur regiert zu werden".

Und die Grünen? "Lieber ein Haus im Grünen als einen Grünen im Haus".

Die EU werde als eine Ersatzreligion definiert. "Demnächst verlangen die Häuptlinge noch, dass wir fünf Mal täglich in Richtung Brüssel beten."

Die Gutmenschen würden "am Liebsten ganz Afrika die Staatsbürgerschaft verleihen".

Und der Islam? Strache erzählte einen Witz, der "ein bisserl böse" sei, aber den er wegen des "Kernchen Wahrheits" schon zu erzählen bereit war. Er endete mit der Pointe, dass muslimische Viertel No-Go-Areas seine.

Petry: Rechtspopulisten haben Humor

Witze waren dann auch das Thema der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry. Sie beklagte sich, dass Medien "der AfD und Rechtspopulisten insgesamt" immer Humorlosigkeit unterstellen. Im Anschluss listete sie eine Reihe Dinge auf, die sie augenscheinlich auch beim politischen Gegner nur vermeintlich lustig findet. Sie spottete über Merkel und ihr Verhalten in der Flüchtlingskrise, über den "Tagegeldschleicher" Martin Schulz und seine SPD als "bekannteste Satrieshow Deutschlands". Weitere Ziele ihrer Schmähungen waren die Grünen, syrische Künstler, der Papst ("Nicht so päpstlich wie der frühere Papst") und über das "DDR- ... Verzeihung ARD-Fernsehen".