Politik | Inland
21.09.2012

Pilz: Aktenvermerk über Krone-Journalisten

Nach den verbalen Angriffen im Nationalrat erhielt Peter Pilz einen Anruf von der Kronenzeitung. Pilz spricht von einer "Drohung".

Am Donnerstag kurz nach zwölf Uhr bekam der Grüne Peter Pilz einen Anruf von Richard Schmitt von der Kronenzeitung. Thema des Gesprächs waren die verbalen Angriffe des Grünen im Plenum des Nationalrats.

Pilz hatte am Vortag im Parlament behauptet, SPÖ-Chef Werner Faymann habe sich in seiner Zeit als Verkehrsminister mit teuren Inseraten in den Boulevardmedien Österreich, Kronenzeitung und heute positive Berichterstattung erkauft.

Geld gegen Jubel

Wörtlich sagte Pilz: "Weil Faymann die öffentliche Meinung nicht überzeugen kann, versucht er, sich die veröffentlichte Meinung zu kaufen." Und: "Boulevard ist in Österreich, was käuflich ist." Das Motto laute: "Tausche Geld gegen Jubel." Das Telefonat über diese Rede mit dem Krone-Mann verlief offenbar derart ungewöhnlich, dass Pilz einen Aktenvermerk darüber anlegte. Am Freitagt stellte er ihn in seinem Internet-Blog öffentlich. Schmitt, so Pilz, habe erklärt: "Gemeinsam mit seinen Kollegen fühle er sich diskreditiert und das werde in der Berichterstattung über uns Folgen haben." Pilz solle das auch Grünen-Chefin Eva Glawischnig und Maria Vassilakou, der Grünen-Chefin in Wien, ausrichten.

Aufklärung

"Ich habe das Gespräch mit Schmitt als Drohung verstanden, und habe das auch Glawischnig und Vassilakou ausgerichtet", erklärt Pilz gegenüber dem KURIER. "Wenn es eine Drohung war, soll Schmitt sich ins Stammbuch schreiben, dass wir davon nur in unserer Ausschussarbeit bestärkt werden. Die Aufklärung der Inseratenaffäre ist ja nicht meine Privatgeschichte, sondern das wichtigste Thema des U-Ausschusses."

Krone-Journalist Schmitt erklärte auf KURIER-Anfrage, dass es sich jedenfalls nicht um eine Drohung gehandelt habe, sondern um einen Scherz. Ihn verbinde mit Pilz eine langjährige berufliche Freundschaft. "Aber dass er alle Boulevard-Journalisten als korrupt bezeichnet, das geht nicht. Das ist eine Grenzüberschreitung. Das habe ich ihm gesagt."

Genau das stellt Pilz aber in Abrede: "Mir geht es um die politische Unkultur der gekauften Meinung und nicht darum, Journalisten, weder in der Krone noch sonstwo, pauschal zu beschuldigen."