Österreicher dürfen nicht wieder den türkischen Pass annehmen.

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Politik Inland
01/16/2020

Per Post: Warten auf Rot-Weiß-Rot-Karte, weil Ansuchen auf Papier sind

Österreichs Regierung braucht Fachkräfte aus dem Ausland. Diese müssen oft warten, weil ihre Anträge auf Arbeitserlaubnis per Post erledigt werden.

von Johanna Hager

Österreich sucht nach Fachkräften. Nicht nur am heimischen Arbeitsmarkt, sondern auch im Ausland. Drittstaatsangehörige, die eine gefragte Ausbildung haben und in Österreich arbeiten und leben wollen, müssen ein Ansuchen stellen. Das Problem dabei: die sogenannte Rot-Weiß-Rot-Karte.

Diese wird "immer noch analog abgewickelt. Nachdem ein Interessent auf der zuständigen Botschaft war, erfolgt der gesamte Prozess auf Papier und wird mit der Diplomatenpost abgewickelt. Weder der Antragssteller noch das Unternehmen weiß, wo der Antrag ist. Wir hatten den Fall, dass ein IT-Experte aus Brasilien in München begonnen hat, weil sein Antrag in Österreich noch nicht fertig war."

Das sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck jüngst im KURIER-Interview.

Um dem Problem Herr zu werden, wollen Kanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler, wie es im Regierungsprogramm heißt: "die Rot-Weiß-Rot-Karte (RWR-Karte) reformieren: Konsolidierung des gesetzlichen Rahmens, One-Stop-Shop bei der Austrian Business Agency, Antragstellung vereinfachen, Verfahren straffen, Senkung von Gehaltsgrenzen".

 

Derzeit nehmen die Botschaften die Anträge auf Rot-Weiß-Rot-Karten entgegen, prüfen diese auf Vollständigkeit und Richtigkeit und leiten sie weiter. "Für die Durchführung der Verfahren und Entscheidung über den Aufenthalt sind die Bundesländer zuständig", heißt es seitens des Außenministeriums, das sich "seit Jahren für raschere, digitale Verfahren ein. Das kann aber nur in Kooperation mit den Bundesländern und dem Innenministerium  gelingen."

 

Die Übermittlung müsse "derzeit auf Papier erfolgen, da einige Bundesländer noch Papierakten verwenden und keine gesicherten elektronischen Verbindungen bestehen", heißt es auf KURIER-Nachfrage.

Gemeinsam mit den Bundesländern und dem Innenministerium werde an der Beschleunigung der Verfahren gearbeitet. Seitens des Außenministeriums sollen die an der Vertretungsbehörde die Anträge künftig elektronisch eingebracht, bearbeitet und weitergeleitet werden. "Damit könnte der Postweg um ein bis sechs Wochen verkürzt werden."