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Politik Inland
02/05/2019

Wieso der Papamonat in Österreich kaum genutzt wird

In Österreich nutzen nur 6 Prozent der Väter die Familienzeit, andernorts fast 100 Prozent - dank höherer Abgeltung.

von Wolfgang Zaunbauer

Das Vorpreschen von Beate Hartinger-Klein für einen Rechtsanspruch auf Papamonat sorgt für geteilte Reaktionen. SPÖ, Arbeiterkammer und Gewerkschaften zeigen sich erfreut. Kritik kommt von der Wirtschaftskammer.

„90 Prozent der Betriebe haben fünf oder weniger Mitarbeiter. Für diese ist es nicht machbar, wenn einer einfach vier Wochen fehlt“, sagt ein Sprecher zum KURIER. Ein Rechtsanspruch sei zudem unnötig: Es sei kein Fall bekannt, in dem ein Betrieb einem Mitarbeiter den Papamonat untersagt habe.

Die ÖVP, will den „Vorschlag“ Hartinger-Kleins „regierungsintern diskutieren“.

700 Euro zu unattraktiv

Um den unbezahlten Papamonat für Jungväter zu attraktivieren , gibt es seit März 2017 den Familienzeitbonus. Rund 700 Euro bezahlt die Krankenkasse für einen Monat. Der Erfolg ist überschaubar: Nur sechs Prozent nehmen das in Anspruch. Wie kann man also mehr Väter in den Papamonat locken?

Dazu lohnt ein Blick in andere EU-Länder: In Litauen besteht Anspruch auf 30 Tage Sonderurlaub bei bis zu 100 Prozent Gehalt, was von fast 100 Prozent der Väter in Anspruch genommen wird. In Estland geht immerhin die Hälfte mit vollen Bezügen für zehn Tage in Papaurlaub.

In Slowenien bestand bis 2017 Anspruch auf 25 Tage bei 90-prozentigem Einkommen. 80 Prozent nahmen das in Anspruch. Bei 25 unbezahlten Extra-Tagen sank die Inanspruchnahme auf 15 Prozent. Seit 2018 gibt es keine unbezahlten Tage mehr, dafür 30 bezahlte Tage.

Auf EU-Ebene befasst sich am Mittwoch der Ausschuss der Ständigen Vertreter mit einer Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese sieht einen Anspruch auf mindestens zehn Arbeitstage Vaterschaftsurlaub vor. 

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