Osteopathie: Fachverband fordert gesetzlichen Schutz

Osteopathie: Fachverband fordert gesetzlichen Schutz
Aus- und Weiterbildung sowie die Berufsausübung sind seit Jahrzehnten unreguliert.

Sie verschreiben keine Medikamente, sie verwenden „nur“ ihre Hände. Vor allem aber leisten sie einen erheblichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung: Geschätzte 120.000 Behandlungen erbringen Österreichs 2.000 Osteopathen jeden Monat.

Heute, Donnerstag, ist Welttag der Osteopathie. Doch obwohl sich die Behandlungsform in den vergangenen Jahren einer sehr stark steigenden Beliebtheit erfreut, liegt einiges im Argen: Aus- und Weiterbildung sind hierzulande weitgehend unreguliert; die gesetzlichen Bestimmungen sind mangelhaft; und die Berufsbezeichnung des Osteopathen ist ungeschützt.

Seit 2014 versucht die Österreichische Gesellschaft für Osteopathie (OEGO) eine gesetzliche Regulierungen zu erreichen – bislang mit bescheidenem Erfolg.

So gibt es zwar qualitativ hochwertige Ausbildungen, die von Ärzten oder Physiotherapeuten auch gemacht werden. Eine gesetzliche Verpflichtung für diese mehrjährige Schulung fehlt aber. Salopp formuliert kann man sich schon nach einem Wochenendkurs „Osteopath“ nennen.

„Die Patienten sollten sicher sein können, dass jemand, der sich Osteopathin oder Osteopath nennt, eine Ausbildung auf höchstem Niveau und nach europäischen Standards hat“, sagt Margit Halbfurter, Präsidentin der OEGO zum KURIER.

International geht der Trend heute längst hin zur akademischen Vollzeitausbildung.

Für die Versicherten bedeutet der gegenwärtige Zustand, dass osteopathische Leistungen nicht von den Krankenkassen übernommen werden. „Die Kassen haben uns zwar signalisiert, dass sie unsere Leistungen im Sinne ihrer Patienten übernehmen würden“, sagt Halbfurter. „Damit das geschehen kann, muss das Berufsbild aber gesetzlich verankert sein – und das ist eben nicht der Fall.“

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