Frank Stronach (Team Stronach) und Listen-Zweite Kathrin Nachbaur

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Politik | Inland
10/18/2013

Große Mehrheit für Frank Stronachs Polit-Abgang

Ebenso viele Bürger sind auch dagegen, dass Monika Lindner in das Parlament einzieht.

Frank Stronach werde sich sukzessive aus der Politik zurückziehen. Das tat seine Intima Kathrin Nachbaur kürzlich kund. Das magere Wahlergebnis (5,7 %, in Umfragen hatte er anfänglich bis zu 15 %) hat ihn frustriert. Einem Gutteil der Bevölkerung behagt, dass der Parteigründer die neue Karriere auch schon wieder beendet. In einer OGM-Umfrage für den KURIER sagen fast zwei Drittel der Bürger, sie finden das gut. „Weil die notwendige Stabilität und demokratische Reife der Partei aufgrund der Ereignisse – von Kärnten bis Salzburg – fraglich ist. Stronach hat die Partei geschaffen, jetzt wird er auch als Verantwortlicher für deren Niedergang gesehen“, erläutert OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Dass immerhin 30 Prozent der Befragten dagegen sind, dass Stronach geht, erklärt er so: „Sie meinen, er solle die Suppe auch auslöffeln, die er eingebrockt hat.“

Gegen Lindner-Mandat

Eine Andere, die noch nicht in der Politik war, möchten die Österreicher mehrheitlich auch nicht dort haben – Stronachs 48-Stunden-Kandidatin Monika Lindner.

69 Prozent verwahren sich dagegen, dass die einstige ORF-Generalintendantin am 29. Oktober als „wilde“ Abgeordnete in das Hohe Haus einzieht. Die Gründe? „Die Menschen empfinden ihr Raus und Rein nicht anständig“, sagt Bachmayer. Was er meint: Lindner ließ sich auf Platz 3 von Stronachs Wahl-Liste setzen, nach zwei Tagen sagte sie sich von ihm los. Dann vermeldete sie, das Mandat nicht anzunehmen, nun tut sie es doch. Verschärft hätten sich die Vorbehalte gegen Lindner durch die „Einkommens- und Pensionsfrage“, sagt Bachmayer. Sie bekommt ja eine ORF-Pension (7000 €), eine ASVG-Rente (3000 €) – und künftig auch noch 8300 € brutto im Monat als Abgeordnete. Bachmayer: „Da entsteht bei vielen der Eindruck, es gehe ihr primär ums Geld.“ Lindner will das Umfrageergebnis nicht kommentieren. Sie sagt lediglich: „Ich nehme das zur Kenntnis.“