Umfrage: 78 Prozent zweifeln am Schutz Österreichs

Laut einer Umfrage unterstützt eine deutliche Mehrheit die Teilnahme am europäischen Raketenabwehr-Projekt Sky Shield.
Bundesheersoldat mit Gewehr in einer Wiese

Zusammenfassung

  • 78 Prozent der Österreicher halten das Land für nicht ausreichend vor Angriffen geschützt und befürworten mehrheitlich eine Teilnahme an Sky Shield.
  • FPÖ-Anhänger lehnen Sky Shield und Investitionen in Luftabwehrsysteme mehrheitlich ab, während höher Gebildete eine Teilnahme positiver sehen.
  • Trotz Skepsis gegenüber dem Schutz empfinden 70 Prozent die aktuelle Bedrohungslage als gering, sehen aber internationale Ordnung durch Russland und die USA gefährdet.

Die Österreicher glauben nicht, dass das Land ausreichend vor Angriffen aus dem Ausland geschützt ist. Gleich 78 Prozent vertreten diese Meinung im Gallup-"Stimmungsbarometer". Immerhin 42 Prozent sind sogar der Ansicht, dass Österreich "auf gar keinen Fall" entsprechend gerüstet ist. Folgerichtig unterstützt eine deutliche Mehrheit eine Teilnahme am europäischen Raketenabwehr-Projekt Sky Shield.

24 Prozent begrüßen dieses "vollkommen", 33 Prozent "eher". Praktisch die gleichen Werte ergeben sich bei der Frage, ob Österreich entsprechende Investitionen setzen sollte bzw. ob Sky Shield mit der Neutralität vereinbar ist. Vollkommene Ablehnung gegenüber der Initiative kommt bei allen drei Punkten von rund 16 Prozent der 1.000 Befragten.

Laut Gallup gibt es vor allem eine Wählergruppe, die anders denkt. Anhängerinnen und Anhänger der FPÖ lehnen sowohl die Teilnahme an der Initiative (57 Prozent) als auch Investitionen in Luftabwehrsysteme (58 Prozent) mehrheitlich ab und stehen der Vereinbarkeit mit der Neutralität skeptisch gegenüber (59 Prozent). Zudem zeigen sich Unterschiede nach Bildungsniveau: Höher Gebildete bewerten eine Teilnahme deutlich positiver als Personen ohne Matura.

Österreicher sehen aktuell keine Bedrohung

Unmittelbar bedroht fühlt sich der Großteil der Österreicher freilich nicht. 70 Prozent halten die Bedrohung durch Angriffe aus der Luft aktuell für gering. Nur fünf Prozent sehen sie als sehr groß. Auch dass es in den kommenden zehn Jahren zu einer Attacke mit Drohnen oder Raketen kommen könnte, wird eher nicht angenommen. Das halten 58 Prozent für unwahrscheinlich.

Mit Sorge wird die internationale Lage betrachtet. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten halten die "regelbasierte internationale Ordnung" für gefährdet. Praktisch gleich viele sehen Russland (81 Prozent) und die USA (80 Prozent) als destabilisierende Faktoren für die Welt. Bei China sind es nur 58 Prozent. Deutlich besser schneidet in der Umfrage die EU ab, die 55 Prozent als Stabilisierungsfaktor sehen, nur für 26 Prozent destabilisiert die Union die Welt.

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