Warum der Bundesheer-Nachrichtendienst nun alle Soldaten warnt
Die Soldaten wurden nun informiert.
Es kommt nicht oft vor, dass das Bundesheer eine Warnung an alle Soldaten und auch an die Miliz ausspricht. Und noch seltener kommt es vor, dass hinter dieser Warnung das Abwehramt der Armee steckt, das für die Abwehr von Gefahren für die militärische Sicherheit zuständig ist.
Auch in Niederösterreich wurden Armee-Angehörige vom zuständigen Militärkommando per Mail informiert, wachsam zu sein. Im Verteidigungsministerium bestätigt man das Schreiben.
Denn Sicherheitsstellen weisen aktuell auf ein Online-Angebot hin, das sich gezielt an Soldaten und Veteranen richtet. Auf der Website „amazingcustomize.com“ bewirbt ein US-Unternehmen personalisierte Alltagsgegenstände. Zum Sortiment zählen etwa Ringe, Karten für Geldbörsen, Erkennungsmarken, Kleidung wie Fleece-Jacken, Hoodies oder Bademäntel, aber auch Trinkbecher, Kappen und Uhren.
Daten sammeln
Der besondere Anreiz: Käufer können die Produkte mit ihrem Namen, Dienstgrad und ihrer Dienstzeit individualisieren lassen. Zusätzlich werden die Artikel mit nationalen Hoheitszeichen, Flaggen oder militärischen Tarnmustern beworben, um gezielt Angehörige von Streitkräften anzusprechen.
Nach Einschätzung des Abwehramtes könnte ein solches Angebot jedoch mehr sein als nur geschicktes Marketing. Die Plattform ermögliche es, in großem Umfang personenbezogene Daten von Militärangehörigen zu sammeln.
Selbst wenn dahinter ein kommerzielles Geschäftsmodell stehe, so heißt es, eröffne die massenhafte Erfassung von Namen, Diensträngen und Dienstzeiten grundsätzlich auch Möglichkeiten zur Analyse von Personalstrukturen oder zur späteren Kontaktaufnahme, heißt es in dem Schreiben.
Anfrage blieb unbeantwortet
Sicherheitsverantwortliche raten daher zur Vorsicht beim Umgang mit persönlichen Daten im Internet. Gerade Angehörige des Militärs sollten sorgfältig abwägen, welche Informationen sie online preisgeben – auch bei scheinbar harmlosen Bestellungen oder Freizeitkäufen.
Eine KURIER-Anfrage an das Unternehmen blieb unbeantwortet.
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