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Politik Inland
03/26/2021

ÖH-Wahl: AG geht mit aktueller Vorsitzenden ins Rennen

Sabine Hanger ist die Spitzenkandidatin der ÖVP-nahen AktionsGemeinschaft.

Die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) setzt bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von 18. bis 20. Mai erneut auf die aktuelle ÖH-Vorsitzende Sabine Hanger als Spitzenkandidatin. "Ich bin noch nicht fertig", so die 26-jährige Jus-Studentin bei einer Pressekonferenz am Freitag. "Ich bin definitiv gekommen um zu bleiben." Im Wahlkampf konzentriert sich die mandatsstärkste Fraktion auf einen Mix an Themen von der Digitalisierung bis zur Nachhaltigkeit.

Hanger wurde erst im Herbst zur ÖH-Chefin gewählt, nachdem sich eine bis dahin amtierende linke Koalition aus Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und Fachschaftslisten (FLÖ) zerstritten hatte. "Ich habe eine ÖH übernommen, die von den Entscheidungsträgern und den Studierenden nicht mehr ernst genommen wurde". Der Listenzweite der AG, Armin Amiryousofi, verwies auf die "Bodenständigkeit" der Fraktion: Einerseits sei man ein "knallharter Verhandlungspartner", andererseits "auf jedem Festl und bei jeder Beratung auf Augenhöhe" mit den Studierenden.

Wie bereits schon der VSStÖ und die Jungen Liberalen Studierenden (JUNOS) will auch die AG auf das Thema Digitalisierung setzen. Diese scheine "für unsere Hochschulen noch immer ein Schreckgespenst" zu sein, so Hanger. "Wir haben immer noch das Gefühl, dass nur das Notwendigste in diesem Bereich passiert." Die AG plädiert daher für das Anbieten von Online-Lehre neben der Präsenzlehre und verpflichtende Weiterbildung von Lehrenden in Sachen Digitalisierung.

In den grünen Bereich wagt man sich mit Forderungen nach "klimafitten Hochschulen" und überwiegend regionalen Produkten in den Mensen sowie einer Fahrrad-Infrastruktur und Solarpanels an den Hochschulen. Berufstätige Studenten sollten von Studiengebühren befreit und Beihilfen erhöht werden. Außerdem plädiert die AG für eine Herabsetzung der Anwesenheitspflichten an Fachhochschulen (FH) sowie ein Verbot schlechterer Benotung von Arbeiten aufgrund fehlender Formvoraussetzungen - etwa weil sie nicht gegendert sind.

Hanger wurde am 8. Februar 1995 in Scheibbs (NÖ) geboren. Die Tochter des ÖVP-Nationalratsabgeordneten Andreas Hanger absolvierte das Gymnasium in Waidhofen an der Ybbs und kam nach der Matura zum Studium nach Wien. 2016 trat sie der AG an der Fakultätsvertretung Jus bei. "Der Kontakt mit Studierenden und mich für ihre Interessen einzusetzen taugt mir." 2017 wurde sie Obfrau der AG am Juridicum sowie stellvertretende Vorsitzende der Fakultätsvertretung. Zwei Jahre später wechselte sie als Mandatarin in die ÖH-Bundesvertretung und wurde als erste Frau zur AG-Chefin gewählt.

In der Bundesvertretung verfügt die AG über 15 Sitze. GRAS und VSStÖ haben je 13 Mandate, es folgen die JUNOS mit sechs Sitzen und die FLÖ mit fünf. Zwei konkurrierende Kommunistische StudentInnenverbände (KSV-KJÖ bzw. KSV LiLi) sowie der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) haben je einen Vertreter. Als Wahlziel formulierte Hanger einen Ausbau der Mandatszahl: "Und wir wollen so stark werden, dass eine Exekutive ohne uns nicht möglich ist."

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