Politik | Inland
20.08.2017

"Öffentliche Übergangspraxen" für Jungärzte

Ärztemangel: Beruf des Allgemeinmediziners soll vor großer Pensionierungswelle attraktiviert werden.

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner ( SPÖ) nimmt sich der Problematik der fehlenden Haus- und Landärzte an. Hintergrund ist: Bis 2025 gehen 60 Prozent der Hausärzte in Pension. Der heutige Mangel verschärft sich also dramatisch.

In einem Positions-Papier aus dem Gesundheitsministerium, das dem KURIER vorliegt, werden eine praxisbezogenere Ausbildung, gezielte Investitions- und Förderprogramme, flexiblere Verträge und moderne Arbeitszeitmodelle angedacht. Zudem soll eine Digitalisierungsoffensive (E-Medikation, elektronischer Impfpass, elektronischer Bewilligungsservice etc.) zusätzlich helfen, den Beruf des Allgemeinmediziners wieder zu attraktivieren.

Die Ministerin sagte zum KURIER: "Damit sich Patienten auch weiterhin auf eine gute, wohnortnahe Versorgung verlassen können, braucht es ein Gesamtpaket für künftige Hausärzte – damit mehr junge Menschen den Beruf gerne machen wollen und gut machen können."

Die besagten Förderprogramme sollen besonders Landärzte bei der Praxisgründung unterstützen, schwebt Rendi-Wagner vor. Eine Gründungsoffensive für regionale Gesundheitszentren sei hier bereits gestartet worden.

Darüber hinaus will die Ministerin, jungen Ärzten auch mit Übergangspraxen der öffentlichen Hand den Berufseinstieg erleichtern. Den Jungärzten soll damit das finanzielle Risiko einer eigenen Praxis in der ersten Zeit abgenommen werden. Diese Übergangspraxen könnten aber auch bei generellen Ärzte-Engpässen helfen oder beim Umstieg vom Wahlarzt zum Vertragsarzt und den Medizinern Altersteilzeit vor der Pensionierung ermöglichen.