Politik | Inland
31.12.2011

Nur jeder Fünfte glaubt an Neuwahl

OGM-KURIER-Umfrage: Die Mehrheit meint nicht, dass es im Jahr 2012 vorgezogene Wahlen gibt. Unter FPÖ-Fans hält sie fast die Hälfte für möglich.

Die Österreicher wissen vielleicht noch nicht, was 2012 bringt. Aber sie sind überzeugt, dass 2012 eines sicher nicht bringt: Neuwahlen. Eine OGM-Umfrage zeigt, dass nur 21 Prozent glauben, dass heuer gewählt wird. 68 Prozent sind überzeugt, dass die Koalition bis zum regulären Wahltermin 2013 durchhalten wird.

Für OGM-Chef Wolfgang Bachmayer ein „ganz normales Ergebnis“, der Anteil jener, die an vorzeitige Wahlen glauben, sei allenfalls „ein bisschen höher als üblich“. Aussagekräftig ist aber das Antwortverhalten nach Partei-Präferenz. Bachmayer: „Unter den Anhängern der Koalitionsparteien glauben deutlich weniger an Neuwahlen als im Durchschnitt.“ Unter SPÖ-Wählern sind es 14, bei den ÖVP-Wählern zehn Prozent. „Sie sehen: Die Parteien sind aneinandergekettet. Sie können nicht in Neuwahlen gehen, sie sehen, dass das für beide verheerend wäre.“

Unter FPÖ-Wählern sind hingegen 40 Prozent der Ansicht, dass sie noch heuer zur Urne schreiten dürfen. „Da drückt sich eine Wunschhaltung aus“, sagt Bachmayer. „Sie schielen natürlich mit großen Augen auf Neuwahlen.“ Weil sie wissen, dass sie nur gewinnen können. Unter Grün-Wählern glauben nur 16 Prozent an Neuwahlen. „Das hat mit deren höherem Bildungsniveau zu tun“, sagt Bachmayer. „Sie sind realistischer, drücken nicht ihr Wunschdenken aus, wenn sie nach Wahrscheinlichkeiten gefragt werden.“

Bachmayer erwartet für die ersten Monate des Jahres auch wenig Bewegung in der Sonntagsfrage: „Bis Details des Sparpakets vorliegen, wird die Regierung ein harmonisches Bild abgeben. Bis dahin wird sich auch in den Umfragewerten nicht viel bewegen.“ Ein Rückblick zeigt, wie sich die Werte in den letzten Monaten bewegt haben: Die FPÖ lag zwischenzeitlich sogar auf dem ersten Platz. Für Bachmayer ist das auch „eine Schwäche der SPÖ“ gewesen. „Die Freiheitlichen haben seit eineinhalb Jahren keine Kampagne gestartet, sie rollen nur gemütlich im Leerlauf dahin.“

 

Keine Gegenwehr

Die ÖVP sei auf Platz drei zurückgefallen, weil sie auf die Gerechtigkeits-Kampagne der SPÖ nicht adäquat geantwortet habe: „In der ersten Jahreshälfte 2010 war sogar noch die ÖVP auf Platz eins. Im Sommer 2010 hat es begonnen, sich zu drehen, im Herbst haben die Wahlen in der Steiermark und in Wien der SPÖ einen Schub gegeben.“ Seither plätschern die Umfragewerte relativ stabil dahin – und warten darauf, dass das Sparpaket sie in Bewegung bringt.

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