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Neue Vorwürfe
08/12/2013

Steuergeld für Scheuchs Geburtstagsfeier?

Aus Landesgeldern soll die Feier zum 40er von Uwe Scheuch bezahlt worden sein.

Die Korruptionsjäger kamen aus dem Staunen nicht heraus, als sie die beschlagnahmten Unterlagen sichteten: Unter den Rechnungen an das Büro des damaligen Kärntner Landes-Vize Uwe Scheuch sollen sich laut KURIER-Informationen auch solche für die private Geburtstagsfeier des FPK-Parteichefs befinden.

Der jüngere der Scheuch-Brüder war am 15. Juni 2009 40 Jahre alt geworden. „Er wurde gegen fünf Uhr früh mit Kanonenschüssen aus dem Bett geholt“, erinnert sich ein Teilnehmer. „Danach stieg ein rauschendes Fest.“ Gefeiert wurde zwei Tage lang bei üppigem Buffet und edlen Getränken. Unter den 250 geladenen Gästen war die gesamte damalige FPK-Spitze, wie Landeshauptmann Gerhard Dörfler, Finanzreferent Harald Dobernig und der jetzige FPÖ-Chef Christian Ragger.

Bezahlt wurde der ansehnliche Euro-Betrag vermutlich vom Steuerzahler. Unfreiwillig. Denn Scheuchs damaliger Mitarbeiter – inzwischen der Hauptverdächtige in einer Untreue-Causa mit vermuteten Scheinrechnungen – soll über diverse Firmen überhöhte Rechnungen an das Land ausgestellt haben. Die sogenannten „Kick-Back-Beträge“ (also die Differenz) sollen bei ihm gelandet sein. Derzeit geht die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft von 60.000 Euro Schaden aus.

Kenntnis von den Geburtstagsrechnungen hatte wohl auch Medienunternehmer Hansjörg Berger, der zugegeben hat, dass überhöhten Rechnungen über ihn geflossen seien. „Ich will dazu nichts sagen, es handelt sich um ein laufendes Verfahren“, sagt er jetzt zum KURIER. Ragger betont, dass „nie Geld in die Partei geflossen“ sei. Andererseits soll er um Schadensgutmachung bemüht sein. „Ich will die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten. Dann werden die nächsten Schritte gesetzt.“ Uwe Scheuch – er wird in der Causa nicht als Beschuldigter geführt – war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Für die Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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